Justizia (Foto: Pixabay/WilliamCho)

Plädoyers in Missbrauchs-Prozess gehalten

Markus Person   09.12.2020 | 19:16 Uhr

Fast drei Monate nach Beginn des Prozesses wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs gegen einen 74-jährigen Therapeuten sind am Mittwoch vor dem Landgericht Saarbrücken die Plädoyers gehalten worden. Dem Mann wird vorgeworfen, sich zwischen 2004 und 2006 an einem damals siebenjährigen Jungen, der bei ihm eine Therapie absolvierte, mehrfach vergangen zu haben.

Vier Jahre und sechs Monate Haft fordert die Staatsanwaltschaft für den Angeklagten. Sie sieht den Tatvorwurf des sexuellen Missbrauchs an Kindern nach Abschluss der Beweisaufnahme als erwiesen an - allerdings nur in zwei Fällen.

In der ursprünglichen Anklage ging es um mindestens zehn Fälle des sexuellen Missbrauchs. Strafschärfend sei laut Staatsanwaltschaft dabei zu werten, dass der Angeklagte als Therapeut seine Vertrauensstellung ausgenutzt habe. Außerdem habe er versucht, die Mutter des Opfers mit einem Geldangebot dazu zu bringen, von einer Anzeige abzusehen.

Urteil am Freitag

Des Weiteren stellte die Staatsanwaltschaft Antrag auf Haftbefehl, da beim Angeklagten Fluchtgefahr bestehe. Die Verteidigung wiederum plädierte auf Freispruch und begründete diesen damit, dass die Indizien für eine Verurteilung schlicht nicht ausreichten. Klare Beweise für einen sexuellen Missbrauch des Jungen gebe es nicht. Das Urteil soll nun am Freitag verkündet werden.

Über dieses Thema hat auch die SR3-Rundschau vom 09.12.2020 berichtet.

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