Polizeiwagen (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Sexueller Missbrauch vorgeworfen: Rentner in U-Haft

Thomas Gerber   30.07.2019 | 15:15 Uhr

Im Landkreis Saarlouis hat es möglicherweise einen besonders verwerflichen Fall von sexuellem Missbrauch gegeben. Opfer der Übergriffe waren offenbar behinderte Kinder, die den integrativen Sonderkindergarten der Lebenshilfe in Saarwellingen besucht hatten.

Beschuldigter ist ein 71 Jahre alter Rentner aus Saarwellingen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte SR-Informationen, wonach der Mann bereits vor sechs Wochen festgenommen wurde und seither in Untersuchungshaft sitzt. Ihm würden „sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen sowie das Herstellen kinderpornografischen Materials“ vorgeworfen.

Ermittlungen dauern noch an

Der 71-Jährige sei Mitarbeiter eines Fahrdienstes gewesen und habe Kinder von Betreuungseinrichtungen nach Hause gebracht. Zur Zahl der Opfer wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern. Die Ermittlungen dauerten noch an - offenbar muss also noch weiteres Bildmaterial ausgewertet werden.  Zu den Übergriffen soll es zwischen August 2016 und Juni 2019, also bis zur Festnahme des Mannes gekommen sein.

Nach SR-Informationen war eine Strafanzeige von Eltern Auslöser des Verfahrens gegen den 71-Jährigen. Ihnen waren verdächtige Fotos ihrer Kinder in die Hände gefallen. Bei einer anschließenden Hausdurchsuchung wurden bei dem Beschuldigten zahlreiche weitere Fotos sichergestellt, bei denen der Verdacht der Kinderpornografie besteht. Anfänglich gingen die Ermittler von drei Opfern – drei Mädchen – aus. Ob sich die Zahl der Opfer noch erhöht, ist derzeit unklar.

Offenbar Fall von sexuellem Missbrauch in Saarwellingen
Audio [SR 3, (c) SR 3 Thomas Gerber, 30.07.2019, Länge: 01:02 Min.]
Offenbar Fall von sexuellem Missbrauch in Saarwellingen

Die Saarwellinger Lebenshilfe zeigte sich von den Vorwürfen schockiert und betonte, dass es sich bei dem Beschuldigten nicht um einen Mitarbeiter der Lebenshilfe sondern eines externen Fahrdienstes handele. Zu den Übergriffen sei es zudem weder auf der Fahrt zur Lebenshilfe noch im Umfeld des Kindergartens selbst gekommen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 30.07.2019 berichtet.

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