Bischof Stephan Ackermann  (Foto: picture alliance/dpa | Harald Tittel)

Missbrauchsopfer-Initiative fordert Rücktritt von Ackermann

mit Informationen von Barbara Spitzer   17.05.2021 | 16:14 Uhr

Die Initiative für Missbrauchsopfer im Bistum Trier, Missbit, hat Bischof Ackermann zum Rücktritt aufgefordert. Er hatte beim ökumenischen Kirchentag in Frankfurt in Zusammenhang mit Missbrauchsbetroffenen von „Aktivisten“ gesprochen.

Auf einer Podiumsdiskussion hatte der Trierer Bischof und Missbrauchsbeauftragte der katholischen Kirche gesagt, es sei wenig hilfreich, wenn Betroffenenbeiräte zur Aufarbeitung des Missbrauchs mehrheitlich von "Aktivisten" besetzt seien.

Aus Sicht von Missbit hat sich Stephan Ackermann mit dieser Äußerung für seine Ämter disqualifiziert. Ackermann möge bei der Aufarbeitung des Missbrauchs offenbar keine Menschen, die kritisch seien und Abhängigkeitsstrukturen durchschaut hätten. Seine Äußerung zeige ungeschminkt die "Arroganz der Macht", die nicht fähig sei zu Empathie und Umdenken.

Sie stehe für den ungebrochenen Willen, die Kontrolle über Menschen zu behalten. Die Initiative Missbit ist im Betroffenbeirat des Bistums Trier vertreten.

Ackermann entschuldigt sich

Der Bischof von Trier hat seine Wortwahl inzwischen über Twitter bedauert. Dort schrieb er: "Ich bedauere den missverständl. Begriff „Aktivisten“ im Zusammenhang mit Betroffenenbeiräten. Selbstverständlich ist es gut & notwendig, hochaktive Mitglieder in den Beiräten zu haben."

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 17.05.2021 berichtet.

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