Eine junge Grundschullehrerin schreibt etwas an die Tafel (Foto: dpa)

Ministerium gegen mehr Studienplätze für Lehrer

Christine Alt   10.09.2019 | 09:49 Uhr

Das Bildungsministerium sieht keinen Bedarf für mehr Studienplätze für das Grundschullehramt im Saarland. Lehrervertreter sowie Grüne und Linke hatten die gefordert, weil eine neue Bildungsstudie vor einem alarmierenden Lehrermangel bundesweit warnt.

Im Ministerium gehe man davon aus, dass in Zukunft ausreichend Lehrkräfte zur Verfügung stehen werden, um die erforderlichen Stellen zu besetzen, hieß es auf SR-Anfrage. Das widerspricht einer neuen Bertelsmann-Studie, in der kritisiert wird, dass die Kultusminister den Lehrermangel an Grundschulen massiv unterschätzen. 2025 fehlen demnach bundesweit 26.300 Grundschullehrer.

Video [aktueller bericht, 09.09.2019, Länge: 3:37 Min.]
Zu wenig ausgebildete Grundschullehrer

Überforderung durch Notmaßnahmen

Das sehen auch die saarländischen Lehrervertreter so, weil es nach neueren Prognosen deutlich mehr Schüler geben werde. Schon jetzt seien Notmaßnahmen an den Grundschulen nötig, so die Lehrergewerkschaft GEW. Seit Jahren besetzt das Ministerium 100 Stellen an Grundschulen mit Personal, das meist fürs Gymnasium studiert und noch kein Referendariat hat. Das sei eine Überforderung für alle Beteiligten.


Hintergrund

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 10.09.2019 berichtet.

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