Minderalwasser (Foto: picture alliance/Roland Weihrauch/dpa)

Die Glasflasche kommt zurück

  07.12.2019 | 10:54 Uhr

Plastik und PET ist out – das merken auch die Getränkeproduzenten im Saarland. Die Branche reagiert unter anderem mit neuen Designs. Doch ob Glas der Umwelt wirklich nützt, ist umstritten.

Bei der Grosswald Brauerei in Heusweiler-Eiweiler spürt man seit etwa anderthalb Jahren deutlich den Trend zurück zum Glas: Bis zu zehn Prozent höheren Absatz habe man beim Köllertaler Sprudel aus Glasflaschen, berichtet Geschäftsführer Alexander Kleber dem SR. "Wir merken diesen Trend sehr deutlich." Die Kunden hätten den Mehrweggedanken wieder deutlicher im Kopf, wollten Plastik vermeiden und griffen auch wieder gezielter zu einem Wasser aus der heimischen Region, weil das eine bessere Umweltbilanz habe als Wasser, das erst Hunderte Kilometer zurücklegen musste.

Karlsberg reagiert mit neuen Flaschen

Auch andere Unternehmen aus der Region bestätigen den Trend. Der Karlsbergverbund hat mit Rilchinger Sprudel, Teinacher Mineralwasser, Krumbacher und Hirschquelle insgesamt vier Wässer im Angebot. Bei diesen Marken spürt das Unternehmen nach eigenen Angaben deutlich den Trend zum Glas. "Glasflaschen sind wieder sehr im Kommen", sagt Pressesprecherin Petra Huffer. "Im Einzelhandel wird Sprudel aus Glasflaschen wieder verstärkt nachgefragt."

Viele Mineralbrunnen reagieren auf den Trend und bringen vermehrt neue Glasflaschen auf den Markt – in edlerer und moderner Optik als die früheren Standard-Glasflaschen. So hat das zum Karlsbergverbund gehörende Teinacher Mineralwasser vor Jahren bereits ein neue 0,75-Literflasche auf den Markt gebracht, die mit edler, schlanker Optik daherkommt. Damit wolle man den Kundenkreis bedienen, "der Wasser aus Glasflaschen bevorzugt und sich gerne eine schöne Glasflasche zuhause auf den Tisch stellt", sagt Huffer. Mit dem neuen Spezialgebinde habe man zweistellige Wachstumszahlen in den letzten Jahren erzielt, so Huffer.

Experten streiten über Umweltbilanz

Dabei streiten Experten, ob Glas tatsächlich die bessere Umweltbilanz hat. Der führende Anbieter von Markenmineralwasser, Gerolsteiner Brunnen, sagte kürzlich dem Handelsblatt, Glas sei in der Herstellung sehr energieintensiv, profitiere in der Ökobilanz aber von der hohen Zahl der Wiederbefüllungen.

Bis zu 50 Mal kann eine Glasflasche genutzt werden, eine leichtere PET-Flasche bis zu 20 Mal. Mehrwegflaschen haben bei Gerolsteiner einen Anteil von 65 Prozent am Absatz, auf Glas-Mehrweg entfallen dabei 27 Prozent, sie wachsen aber am stärksten. Gerolsteiner wird zu 80 Prozent regional im Umkreis von 250 Kilometern vertrieben.

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