Symbolbild: Ein Mediziner arbeitet in einem Labor. (Foto: dpa)

Millionenförderung für Antibiotikaforschung an Saar-Uni

Peter Sauer   05.12.2020 | 10:04 Uhr

Ein neuer Ansatz in der Antibiotikaforschung der Saar-Uni erhält eine Millionen-Förderung. Die internationale Organisation CARB-X stellt dem Helmholtz Institut für Pharmazeutische Forschung dafür in den kommenden anderthalb Jahren über 1,4 Millionen Euro zur Verfügung. An CARB-X ist auch das deutsche Forschungsministerium beteiligt.

Entwaffnen statt abtöten: So will Professorin Anna Hirsch vom Helmholtz Institut für Pharmazeutische Forschung (HIPS) den Kampf gegen einen multiresistenten Krankenhauskeim gewinnen, unter dem vor allem Patienten mit der Erbkrankheit Mukoviszidose leiden. Bisher greifen Antibiotika Bakterien an und töten sie ab.

Video [aktueller bericht, 04.12.2020, Länge: 3:22 Min.]
Antibiotika-Forschung mit 1,4 Millionen Euro gefördert

Wirkstoff entwaffnet Bakterien

Der am HIPS neu entworfene Wirkstoff tötet den Erreger nicht, sondern unterdrückt lediglich seine krankmachenden Eigenschaften. Die Bakterien dürfen also weiterleben, werden aber quasi entwaffnet. Dieses Verfahren hat laut Professorin Hirsch einen großen Vorteil. Durch dieses eher sanfte Vorgehen reagierten die Bakterien nicht so aggressiv, mutierten langsamer und bildeten deshalb auch deutlich langsamer Resistenzen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 05.12.2020 berichtet.

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