Kirmes in Corona-Zeiten (Foto: Imago Images/Friedrich Stark)

Saarlouis und Merzig hoffen auf erste Volksfeste

  28.07.2020 | 15:12 Uhr

Im Herbst könnte es möglicherweise wieder Volksfeste im Saarland geben, sofern die Corona-Infektionszahlen niedrig bleiben. Für diesen Fall haben Saarlouis und Merzig bereits Pläne in der Schublade - Merzig sogar sehr konkret.

CDU-Ministerpräsident Tobias Hans hatte Mitte Juli verkündet, dass die Landesregierung an Hygienekonzepten arbeite, damit nach dem 31. August wieder Volksfeste im Saarland stattfinden können. Voraussetzung ist, dass die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus niedrig bleibt.

Die Stadt Saarlouis hat bereits erste Pläne für diesen Fall gefasst: Als Ersatz für den Ostermarkt und die Ludwigskirmes, die in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnten, könnte die Stadt im September auf dem Großen Markt eine Kirmes veranstalten.

Dauerkirmes nicht wirtschaftlich

Diese Alternative hat die Stadt gemeinsam mit dem Saarverband der Schausteller erarbeitet. Ob und unter welchen Bedingungen die Veranstaltung stattfinden kann, hängt nach Angaben der Stadt von den Coronabestimmungen ab, die nach dem 31. August erlassen werden. Erst dann seien wirklich konkrete Pläne für die Kirmes möglich.

Zur Debatte hatten auch Pläne für eine Dauerkirmes auf dem Lisdorfer Berg gestanden. Dieser Vorschlag wurde jedoch verworfen, weil die Dauerkirmes durch die bestehenden Corona-Auflagen und den zusätzlichen Aufwand nicht wirtschaftlich tragbar gewesen wäre.

Merzig will Oktoberfest

Die Stadt Merzig hat bereits konkrete Pläne, wie im Herbst trotz der Coronapandemie das alljährliche Oktoberfest in der Stadt stattfinden kann. Vom 19. September bis zum 4. Oktober sollen die Fahrgeschäfte und die Verkaufsstände der Schausteller demnach wie gewohnt in Merzig anzutreffen sein.

Auf ein Festzelt verzichtet die Stadt in diesem Jahr, auch ein Bühnenprogramm wird es nicht geben. Stattdessen soll auf dem Festgelände ein kleiner Biergarten aufgebaut werden. Das gesamte Gelände soll eingezäunt werden und es soll separate Ein- und Ausgänge geben.

Bürgermeister verteidigt Volkfestpläne

Oberbürgermeister Merzig: "Das Oktoberfest wird wie in einem Freizeitpark durchgeführt"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 28.07.2020, Länge: 02:49 Min.]
Oberbürgermeister Merzig: "Das Oktoberfest wird wie in einem Freizeitpark durchgeführt"

Welche Hygieneregeln für das Oktoberfest gelten, wird die Stadt kurz vor Beginn bekannt geben. Außerdem behält sie sich Änderungen vor, falls die Infektionszahlen erneut ansteigen.

Im SR-Interview verteidigte der Merziger Bürgermeister Marcus Hoffeld die Volksfestpläne. "Ich bin überzeugt, dass es uns mit dem Konzept gelingen wird, ein Fest durchzuführen, ohne dass es zu größeren Gefahren kommt." Seiner Meinung nach ist das Risiko nicht höher als an Badeseen oder in Outlet-Centern, die von vielen Menschen besucht würden.

Volksfeste wichtig für Schaustellerexistenz

Der Saarverband der Schausteller ist erleichtert, dass es ab Herbst wieder Volksfeste geben könnte. "Wir brauchen diese Möglichkeiten wie in Merzig, damit wir auch zukünftig für die Menschen Oktoberfeste und Kirmesveranstaltungen durchführen können. Wenn wir noch länger keine Einnahmen haben, wird es den ein oder anderen Schaustellerbetrieb zukünftig nicht mehr geben - und damit womöglich auch keine Kirmes mehr", sagte Thomas Sonnier, Vorsitzender des Saarverbands der Schausteller.

Der Verband hofft deshalb darauf, dass es unter den notwendigen Auflagen im Saarland weitere Volksfeste im Herbst geben wird.

Schausteller demonstrierten gegen Corona-Auflagen

Die Schausteller hat die Coronapandemie besonders hart getroffen. Durch das Verbot von Großveranstaltungen sehen sie sich in ihrer Existenz bedroht. Anfang Juli hatten deshalb Schausteller aus ganz Deutschland in Berlin gegen die Corona-Auflagen demonstriert.

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