Straßenstrich in Saarbrücken (Foto: dpa)

Schlag gegen internationalen Menschenhändlerring

  22.11.2019 | 15:41 Uhr

Die saarländische Polizei hat zusammen mit den spanischen Behörden einen internationalen Menschenhändlerring im spanischen Alzira hochgenommen. Vorangegangen war die Entführung einer Prostituierten, die vor rund einem Jahr auf dem Saarbrücker Straßenstrich in ein Auto gezerrt worden war.

Wie die saarländische Landespolizeidirektion jetzt mitteilte, gab es Ende Oktober eine Festnahmeaktion in der spanischen Stadt Alzira. Dort konnten insgesamt 16 Personen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren festgenommen werden, die einem internationalen Menschenhändlerring zuzuordnen sind. Die Mitglieder des Rings sollen ihren Lebensunterhalt mit Zwangsprostitution finanziert haben. Seit 2016 sollen die Täter, die einem osteuropäischen Familienclan angehören, Frauen zur Prostitution auf dem Straßenstrich in Saarbrücken und Valencia gezwungen haben.

Entführung einer Prostituierten in Saarbrücken

Ausgangspunkt für die Ermittlungen war die Entführung einer 22-jährigen Prostituierten vor der Saarbrücker Diskothek "Kufa". Zwei Männer hatten die junge Rumänin Anfang Dezember 2018 vom Straßenstrich in der Dudweiler Landstraße nach Valencia in Spanien entführt. Dort zwangen sie die Frau, weiter der Prostitution nachzugehen.

Während der weiteren Ermittlungen fand die Polizei heraus, dass noch ein zweiter Fall von Zwangsprostitution aus dem Saarland dem europaweit tätigen Menschenhändlerring zuzuordnen ist: Im April 2018 waren zwei rumänische Prostituierte vom Straßenstrich in der Hochstraße in Saarbrücken in ein Neunkircher Bordell geflüchtet. Die beiden Frauen waren zuvor von einem 21-jährigen Rumänen mit Heiratsversprechen angeworben und anschließend zur Prostitution gezwungen worden. Der Mann wurde bereits im Oktober 2018 in Valencia festgenommen und ins Saarland ausgeliefert und inzwischen verurteilt.

Messerstecherei brachte Polizei auf die Spur

Und noch ein weiterer Fall hat dafür gesorgt, dass die Polizisten der Menschenhändlerbande auf die Spur kamen: Am Ostermontag diesen Jahres hatte es auf der A 620 bei Geislautern einen Unfall gegeben, bei dem ein BMW einen Mercedes gerammt hatte. Anschließend kam es zu einer Messerstecherei zwischen den Beteiligten. Durch die Aussagen der Unfallbeteiligten kam die Polizei nach eigenen Angaben auf die Spur des Menschenhändlerrings.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 22.11.2019 berichtet.

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