Klaus Meiser (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Meiser-Prozess beginnt heute

Thomas Gerber / Onlinefassung: Axel Wagner   26.02.2019 | 08:30 Uhr

Heute beginnt vor dem Landgericht der Untreueprozess gegen Ex-Landtags- und LSVS-Präsident Klaus Meiser. Er ist Hauptbeschuldigter in einem Verfahren mit insgesamt sieben Anklagepunkten, das sich in zwei Fällen auch gegen Meisers Mitangeklagte – gegen die Ex-Präsidiumsmitglieder Franz Josef Schumann (CDU) und Karin Nonnweiler richtet.

Eine knappe Stunde soll die Verlesung der Anklageschriften dauern – vermutlich eine Mischung aus Vetternwirtschaft und Speisekarte. Denn angeklagt sind nicht nur der Nebenjob von Meisers Lebensgefährtin beim LSVS oder die mutmaßlich ungerechtfertigte Höhergruppierung einer Geschäftsstellenleiterin, sondern zahlreiche Bewirtungen. Vom 70. Geburtstag von Innenminister Klaus Bouillon (CDU) bis hin zur Bewirtung der CDU Oberwürzbach in der Sportschule.

Verteidiger will „Deal“

Hinzu kommen zahlreiche Restaurantbesuche Meisers – teils mit Verwandtschaft, teils mit Prominenz – die Meiser mit der LSVS-Kreditkarte bezahlt haben soll. Meisers Verteidiger hat inzwischen seine Strategie geändert. Hatte er bisher die einzelnen Anklagepunkte als haltlos zurückgewiesen, setzt er nun auf einen „Deal“. Für heute hat er ein Rechtsgespräch mit allen Prozessbeteiligten angeregt.

Meiser scheint zwischenzeitlich bereit, einen Teil der Vorwürfe einzuräumen. Ob die Staatsanwaltschaft da mitmacht, hängt davon ab, was Meiser bereit ist zu gestehen und was dann als Strafe rauskäme. Unter einem Jahr scheint derzeit schwerlich vorstellbar.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Rundschau vom 26.02.2019 berichtet.

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