Ein Mann löst eine Radmutter an einer Autofelge.  (Foto: picture alliance/dpa | Peter Steffen)

Mehrfach Radmuttern an Fahrzeugen im Saarland gelöst

Thomas Braun   01.06.2022 | 10:47 Uhr

In den vergangenen sieben Tagen haben Unbekannte gleich mehrfach Radmuttern an Fahrzeugen im Saarland gelöst, zwei Mal sogar auf dem gleichen Parkplatz in Ommersheim. Hinweise auf die Täter gibt es bislang keine. Ein Experte erklärt, woran Autofahrer lockere Radmuttern erkennen können - und was dann zu tun ist.

Zunächst am vergangenen Mittwoch und knapp eine Woche später am Dienstag hat ein bislang unbekannter Täter an zwei Fahrzeugen in Ommersheim jeweils an einem Rad die Muttern gelöst. Tatort war beide Male der Parkplatz an der Tennishalle. Die Fahrzeuge waren jeweils vormittags zum Parken dort abgestellt.

Video [aktueller bericht, 01.06.2022, Länge: 2:46 Min.]
Mehrfach Radmuttern an Fahrzeugen gelöst

Zwei weitere Fälle im Nordsaarland

Zwei weitere Fälle ereigneten sich in der Nacht auf Dienstag an der Kleinbahnstraße in Wadern-Nunkirchen und am vergangenen Mittwoch in Nohfelden auf dem Parkplatz gegenüber des Rathauses.

Trotz der Fallhäufung gebe es bislang aber noch keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Taten, teilte die Polizei auf SR-Anfrage mit. Sie ermittelt derzeit wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Dass Radmuttern an Fahrzeugen gelöst werden, kommt bundesweit und auch im Saarland häufiger vor. Oftmals stecken laut Polizei Beziehungstaten dahinter.

2020 mutmaßlicher Anschlag auf Bouillon

Besondere Aufmerksamkeit erregte vor zwei Jahren der mutmaßliche Anschlag auf den damaligen Innenminister Klaus Bouillon (CDU). An dessem Dienstfahrzeug waren an allen vier Rädern die Muttern gelöst worden. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelte damals wegen versuchten Mordes. Der Fall konnte aber nie aufgeklärt werden.

Auf Klopfgeräusche während der Fahrt achten

Bei Bouillon hatte seinerzeit die Technik der Limousine Alarm geschlagen. In den aktuellen Fällen im Saarland hatten die Betroffenen meist während der Fahrt ungewöhnliche Klopfgeräusche gehört.

Diese Klopfgeräusche oder auch ein leichtes Klacken träten meist während des Bremsvorgangs auf, erklärt der Kfz-Sachverständige Benedikt Maas von der TÜV Saarland automobil GmbH.

Auch leichte Vibrationen oder ein Schlagen in der Lenkung könnten ein Hinweis sein, ergänzt Technikexperte Mario Wandernoth vom ADAC Saarland. Oder wenn das Fahrzeug sich beim Lenken ungewöhnlich verhält.

Auto behutsam abbremsen und Pannenhilfe verständigen

Wandernoth rät dazu, in diesem Fall die Warnblinkanlage anzuschalten, das Lenkrad fest zuzupacken und das Fahrzeug behutsam abzubremsen oder ausrollen zu lassen und dann an möglichst sicherer Stelle abzustellen. Anschließend sollte die Pannenhilfe verständigt werden.

Ursache muss auch nicht immer eine absichtliche Manipulation sein. Es kann auch vorkommen, dass beim Reifenwechsel die Muttern nicht fest genug angezogen wurden. Mitte Mai etwa hatte in Heusweiler ein Fahrzeug beim Bremsvorgang beide Vorderräder verloren. Hier waren laut Polizei die Radmuttern fehlerhaft montiert.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 01.06.2022 berichtet.

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