Ein Feldweg im saarländischen Primstal (Foto: Isabel Schäfer)

Saarland-Tourismus im Aufwärtstrend

mit Informationen von Stephan Deppen   08.10.2021 | 16:51 Uhr

In diesem Jahr hat es wieder deutlich mehr Übernachtungsgäste im Saarland gegeben als im vergangenen Jahr. Trotzdem bleiben die Zahlen nach Angaben der Saarländischen Tourismuszentrale noch hinter den Vor-Corona-Werten zurück. Gewinner ist vor allem die Ferien-Hotellerie in der ländlichen Gegend.

Die Übernachtungen im Saarland beliefen sich bis Ende August auf 1,2 Millionen. Das ist zwar rund ein Fünftel weniger, als in der Vor-Corona-Ära, gegenüber dem vergangenen Jahr aber wieder eine deutliche bessere Bilanz.

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Birgit Grauvogel von der saarländischen Tourismuszentrale sieht darin eine positive Entwicklung. „Von einem Flop kann man auf keinen Fall sprechen, natürlich hat sich viel auf die Sommersaison konzentriert, auch weil dann erst die Möglichkeiten Urlaub zu machen und Übernachtungen zu tätigen vollständig gegriffen haben.“ Das habe auch dazu beigetragen, dass es gerade im Sommer hohe Auslastungszahlen gegeben habe. Das gelte aber insbesondere für die Häuser, die nicht in der Stadt sind.

Diese Entwicklung bestätigt auch der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands, Frank Hohrath: „Nicht alle fliegen nach Mallorca, viele bleiben auch in Deutschland. Davon profitiert im Saarland hauptsächlich die Ferien-Hotellerie auf dem Land mehr als in der Stadt, weil wir in den Städten hauptsächlich Tagungs-Hotellerie haben.“

Saarlandtourismus: mehr Gäste aus Belgien und Niederlande
Audio [SR 3, (c) SR 3 Stephan Deppen, 08.10.2021, Länge: 03:09 Min.]
Saarlandtourismus: mehr Gäste aus Belgien und Niederlande

Personalengpässe reduzieren Angebot

Aber selbst in den Ferien-Regionen wird voraussichtlich nicht mehr alles wie früher. Das liegt unter anderem daran, dass viele Beschäftigte, die sich während der Pandemie andere Arbeitsplätze suchen mussten, nicht in die Gastronomie und Hotellerie zurückgekehrt sind.

Dementsprechend könnten manche Angebote wegfallen, erklärt Grauvogel. „Es kann sein, dass Hoteliers den Service reduzieren. Dass können wir an der ein oder anderen Stelle beobachten, wo mal ein zusätzlicher geschlossener Tag dazugekommen ist oder die Essenszeiten verkürzt werden.“ Das sei aber kein saarländisches Phänomen, sondern die Antwort der Branche auf die personellen Engpässe.

Nach der Sommersaison zieht die Geschäftsführerin der Tourismuszentrale ein weiteres Fazit: „Kurzfristigkeit ist jetzt noch kurzfristiger geworden. Haben die Leute früher zwei bis drei Wochen vorher angerufen, rufen sie jetzt zwei bis drei Tage vorher an.“ Dafür würden die Gäste dann aber im Zweifel auch länger übernachten und statt zwei oder drei Tagen auch mal sechs bis neun Übernachtungen buchen.

Mehr Gäste aus Belgien und den Niederlanden

Wie stark der Tagestourismus in Zeiten der Pandemie zugenommen hat, lässt sich zahlenmäßig nicht erfassen, so Birgit Grauvogel. Belegbar ist aber, dass während der Pandemie mehr Gäste aus Belgien und den Niederlanden ins Saarland gekommen sind. Und generell mehr aus Deutschland.

Auch bezüglich der kommenden Herbstferien zeigt sich Grauvogel optimistisch: „Weil natürlich alle versuchen werden, mit attraktiven Angeboten bis zum Ende des Jahres Gäste zu aktivieren.“

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Sendung "Region am Nachmittag" berichtet.

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