Organspendeausweise (Foto: dpa)

Mehr Organtransplantationen im Saarland

mit Informationen von Steffanie Balle   13.01.2020 | 10:39 Uhr

Im vergangenen Jahr hat es im Saarland deutlich mehr Organtransplantationen als 2018 gegeben. Landesweit wurden 71 Organübertragungen durchgeführt, im Vorjahr waren es nur 48. Das geht aus am Montag veröffentlichten Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hervor. Am Donnerstag will der Bundestag über neue Regelungen für Organtransplantationen entscheiden.

Video [aktueller bericht, 13.01.2020, Länge: 3:18 Min.]
Organtransplantation Zahlen für 2019

71 Organtransplantationen im Saarland
Audio [SR 3, Steffanie Balle, 13.01.2020, Länge: 00:56 Min.]
71 Organtransplantationen im Saarland

2019 wurden im Saarland zwar mehr Organe transplantiert, die Zahl der Organspender blieb jedoch mit 18 exakt gleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden 64 Organe gespendet, im Vorjahr waren es 56.

Urban Sester, der leitende Chefarzt des Transplantationszentrums in Homburg, führt die gestiegene Zahl an Transplantationen auch auf eine bessere Organisation an der Uni-Klinik zurück. Seit dem Umzug ins Zentrum für Innere Medizin seien die Wege kürzer und die OP-Räume auf dem aktuellsten Stand. Die Neu-Organisation habe sich schneller als erwartet positiv ausgezahlt. Er selbst habe erst in ein, zwei Jahren mit einem solchen Effekt gerechnet.

Deutschlandweit leichter Rückgang

Deutschlandweit hingegen ging die Zahl der Organspender von 955 auf 932 leicht zurück. Bei den gespendeten Organen verzeichnete die DSO einen Rückgang von 3113 im Jahr 2018 auf 2995. Mit einer bundesdurchschnittlichen Spenderrate von 11,2 Spendern pro eine Million Einwohner sei Deutschland weiter eines der Schlusslichter im internationalen Vergleich, heißt es in der Mitteilung.

Bundestag entscheidet über Organspenden

Am Donnerstag soll der Bundestag über neue Regeln für Organspenden entscheiden. Dabei geht es um die sogenannte Widerspruchslösung. Ein fraktionsübergreifender Gesetzesentwurf von einer Gruppe um Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) strebt die "doppelte Widerspruchslösung" an. Ab dem 1. Oktober 2022 sollen demnach alle Bürger grundsätzlich als Spender gelten. Man soll dazu aber später Nein sagen können. Ansonsten wäre noch bei Angehörigen nachzufragen, ob ihnen ein Widerspruch bekannt ist.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 13.01.2020 berichtet.

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