Ein kleines Mädchen sitzt weinend auf dem Fußboden in ihrem Zimmer. (Foto: dpa)

Kliniken berichten von mehr Kindesmisshandlungen

  05.06.2020 | 21:31 Uhr

Während der Corona-Pandemie ist die Zahl von mutmaßlichen Kindesmisshandlungen im Saarland offenbar angestiegen. Wie die Saarbrücker Zeitung berichtet, registrierten einige Kliniken eine Zunahme von Frakturen bei Kindern.

Das Klinikum Saarbrücken habe in den vergangenen Wochen fünf Schädelbrüche bei Säuglingen registriert, heißt es in dem Bericht. Laut dem Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik des Winterbergs verzeichne man sonst zwei bis drei solcher Fälle im gesamten Jahr.

Mehr mutmaßliche Misshandlungen während der Corona-Pandemie zählt offenbar auch das Universitätsklinikum Homburg. Demnach gab es „viele Fälle von vermutlich misshandlungsbedingten Frakturen“, zitiert die Zeitung die Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Eva Möhler. Das sei vor der Pandemie in diesem Ausmaß nicht vorgekommen. Möhler habe auch die von der Landesregierung gegründete Kinderschutzkommission unterrichtet.

Kinderschutzorganisationen und Sozialdienste hatten schon zu Beginn der Pandemie gewarnt, die Schul-und Kitaschließungen könnten zu einem Anstieg der Gewalt gegen Kinder führen.

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