Vermüllung eines Containerstandortes (Foto: Uwe Jäger)

Mehr illegale Müllablagerungen im Saarland

  22.08.2019 | 12:30 Uhr

Im Saarland wird immer mehr Müll illegal entsorgt. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion hervor. Dabei drohen den Verursachern teils saftige Geldbußen.

Im Saarland stieg die Zahl der Meldungen über illegale Müllablagerungen von rund 2.300 im Jahr 2015 auf etwa 5.400 im vergangenen Jahr. Dabei sind die tatsächlichen Zahlen vermutlich noch höher, da nicht alle Kommunen Statistiken über illegale Müllentsorgungen führen.

Die Verursacher blieben in den meisten Fällen allerdings unbehelligt: Im vergangenen Jahr konnte nach Angaben der Landesregierung nur circa jeder Zehnte ermittelt werden. Dabei wurden Verwarn- und Bußgelder in Höhe von insgesamt 28.000 Euro verhängt.

Kosten steigen von Jahr zu Jahr

Dabei können die Geldbußen je nach Art des Mülls empfindlich hoch sein: Wer beispielsweise seinen Sperrmüll oder Bauschutt im Wald statt beim örtlichen Entsorger beseitigt, dem drohen je nach Art und Menge Strafen zwischen 50 und 2.500 Euro.

Weil die Menge illegalen Mülls immer mehr ansteigt, müssen auch die Kommunen immer mehr Geld für die Beseitigung aufbringen. Im vergangenen Jahr lagen die Kosten dafür nach Regierungsangaben über 200.000 Euro. Drei Jahre zuvor waren es noch rund 140.000 Euro gewesen. Dabei sind die Zahlen grobe Schätzungen und könnten in der Realität noch deutlich höher ausfallen, wie das Beispiel der Gemeinde Illingen zeigt.

Illingen ärgert sich über Müllsünder

Denn in der Gemeinde Illingen beschäftigt man sich seit längerem intensiver mit den Folgen der illegalen Müllbeseitigung und führt eine ausführliche Statistik. Wie Bürgermeister Armin König dem SR mitteilte, kamen in der Gemeinde im vergangenen Jahr 100 Tonnen illegaler Müll zusammen. Für die Beseitigung fielen demnach Personal-, Maschinen- und Entsorgungskosten von 147.000 Euro an. König ärgert sich besonders darüber, dass es nicht möglich ist, beliebte Ablageorte mit Videoüberwachung auszustatten. „Wir haben hier Täterschutz, ein überzogener Datenschutz verhindert die Aufklärung", so König.   

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 22.08.2019 berichtet.

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