DLRG- und THW-Mitarbeiter bei einer gemeinsamen Übung (Foto: IMAGO / Eibner)

Saarland will mehr Stellen für Katastrophenschützer schaffen

Roswitha Böhm   24.09.2021 | 18:57 Uhr

Im Saarland sollen mehr Stellen für hauptamtliche Mitarbeiter im Katastrophenschutz geschaffen werden. Das ist ein Ergebnis eines runden Tisches mit Vertretern der am Katastrophenschutz beteiligten Organisationen. Außerdem solle die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den einzelnen Akteuren verbessert werden.

Video [aktueller bericht, 24.09.2021, Länge: 2:38 Min.]
Runder Tisch zum Katastrophenschutz

Wie kann man den Katastrophenschutz im Saarland verbessern? Eine Stunde lang haben sich Vertreter von Land, Landkreisen, Kommunen, Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen wie DLRG, DRK oder THW ausgetauscht. Das Ergebnis: Vor allem bei der Organisation und Kommunikation gebe es Handlungsbedarf.

Stellen auf mehreren Ebenen

„Wir brauchen eine klare Führungsstruktur“, sagte Innenminister Klaus Bouillon (CDU). Seit dem Kalten Krieg sei das hauptberufliche Personal im Bereich des Katastrophenschutzes im Saarland stark abgebaut worden. Bei Katastropheneinsätzen werde die Hauptlast von 16.500 ehrenamtlichen Helfern getragen.

Gerade für die Planung und Organisation sei es wichtig, mehr hauptamtliches Personal einzustellen: „Wenn wir einen Ehrenamtlichen in einer kleinen Kommune haben, der im Katastrophenfall die Dinge organisieren und führen soll, dann kann das nicht gehen. Da fehlt es oftmals an der Qualifikation.“

Der Innenminister kündigte an, dass in jedem Landkreis und in den größeren Kommunen hauptamtliche Stellen geschaffen werden sollen.

Ehrenamtliche Helfer sollen entlastet werden

Landesbrandinspekteur Timo Meyer begrüßte die Ankündigung. Die Feuerwehr des Saarlandes sei zwar personell gut aufgestellt, doch seien von den 11.500 Feuerwehrfrauen und -männern 11.300 freiwillig und ehrenamtlich bei der Sache.

Die gelte es zu unterstützen und zu entlasten, sagte Meyer. „In den Kommunen, Landkreisen und auch im Land sollten hauptamtliche Stellen geschaffen werden, um zum Beispiel Krisenpläne detaillierter auszuarbeiten. Und das kann man nur im Hauptamt leisten.“

Kommunikation soll verbessert werden

Verbesserungsbedarf sah der Runde Tisch auch bei der Kommunikation und Vernetzung. „Wir müssen stärker als bisher innerkommunal und über die verwaltungsebenen hinaus zusammenarbeiten“, sagte der Präsident des saarländischen Städte- und Gemeindetages, Hermann Josef Schmidt. Es brauche mehr Austausch zwischen den Gemeinden, aber auch über Kreis- und Landesgrenzen hinweg.

Auch die Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen müssten untereinander besser vernetzt werden, so Innenminister Bouillon. „Man muss ein Netzwerk aufbauen. Wenn man sich nicht kennt und es kommt der Katastrophenfall, wenn man keine Telefonnummern hat, wenn man keine eingeübten Szenarien hat, dann kann das nicht funktionieren.“ Um für den Ernstfall zu proben, hat Bouillon eine gemeinsame Katastrophenfallübung angekündigt. Sie soll im Frühjahr in St. Wendel stattfinden.

Mehr Sirenen

Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hatte Innenminister Boullion angekündigt, das Sirenennetz im Saarland ausbauen zu wollen. Im Landkreis St. Wendel werden laut Bouillon einhundert zusätzliche Sirenen benötigt. Aus den anderen Landkreisen lägen bisher noch keine Ergebnisse der entsprechenden Bedarfsanalyse vor.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 24.09.2021 berichtet.

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