Matthias Maurer  (Foto: picture alliance/dpa | Federico Gambarini)

Maurer zurück in Deutschland: "Jeder Tag war ein Highlight"

Leonie Rottmann   11.05.2022 | 12:12 Uhr

Der saarländische Astronaut Matthias Maurer blickt auf 177 Tage im All zurück: Die gesamte Mission sei ein Highlight gewesen, sagte er nach seiner Rückkehr. Er hofft schon auf den nächsten Flug - vielleicht dann zum Mond.

Die Mission "Cosmic Kiss" ist beendet: Insgesamt 177 Tage lang war der saarländische Astronaut Matthias Maurer im Weltall. Nun ist er wieder in Deutschland. In einer Pressekonferenz am Mittwoch in Köln hat er auf die Zeit zurückgeblickt: "Jeder Tag war ein Highlight."

Der Weltraumspaziergang, die Landung aber auch die tägliche Zusammenarbeit mit dem gesamten Team - alles sei sehr aufregend gewesen und er werde sich noch lange daran zurückerinnern.

Video [aktueller bericht, 11.05.2022, Länge: 2:51 Min.]
ESA-Astronaut Maurer gibt erstes Interview

Raumfahrt wichtige Brücke

Doch sein absolutes Highlight stehe für ihn fest: "Der Blick runter zur Erde, auf unseren schönen Planeten." Man könne sehen, wo Menschen leben, wo Menschen in die Natur eingreifen - und wo sich die Natur verändert.

"Man erkennt es, man versteht es und das Herz fühlt es. Wir müssen zusammen Verantwortung für unseren Planeten übernehmen." Das sei für ihn das wichtigste: Dass man Botschafter werde, dass man den Blick in die Tiefe lenke und aus den Erkenntnissen Schlüsse ziehe. Dafür sei die Raumfahrt eine wichtige Brücke.

Ein weiteres Highlight für Maurer: Der Außenbordeinsatz, ein mehrstündiger Einsatz im freien All. Alles sei nach Plan gelaufen.

Krieg in der Ukraine auch Thema im All

Die Mission wurde nicht nur von der Corona-Pandemie beeinflusst, sondern auch der russische Angriffskrieg auf die Ukraine fiel in die Zeit für Maurer im All. Die Crew habe die Invasion Russlands in die Ukraine im All verfolgt, erzählt Maurer.

Matthias Maurer, ESA-Astronaut steht auf dem Podium. (Foto: picture alliance/dpa | Federico Gambarini)
Matthias Maurer, ESA-Astronaut steht auf dem Podium.

Innerhalb des Teams habe man viel darüber gesprochen. Erwartet habe das niemand. Es seien die russischen Kollegen gewesen, die das Thema angesprochen hatten. Es seien alle entsetzt gewesen.

An Schwerkraft gewöhnen

Er sei wohlauf wieder auf der Erde und in Deutschland angekommen. "Mir geht es wunderbar." Sein Körper müsse sich aber noch an die Schwerkraft gewöhnen. Die Nackenmuskulatur sei beispielsweise derzeit wegen der Schwerkraft überanstrengt.

Anfangs habe er auch mit Schwindel zu tun gehabt. Er sei etwas wackelig auf den Beinen gewesen. Noch dürfe er zum Beispiel kein Auto fahren. Die Muskeln würden sich innerhalb der nächsten Wochen und Monate wieder an das Leben an der Erde gewöhnen.

Maurer zurück in Deutschland: "Jeder Tag war ein Highlight"
Audio [SR 3, O-Töne Matthias Maurer bei PK, 11.05.2022, Länge: 03:03 Min.]
Maurer zurück in Deutschland: "Jeder Tag war ein Highlight"

Mond als nächstes Ziel?

Aber er freue sich, wieder auf der Erde zu sein. "Die Erde ist ein klasse Planet." Dabei redet er von dem Essen, aber auch von Gerüchen und anderen Sinneswahrnehmungen.

Insgesamt blickt er positiv auf die Zukunft. Er freue sich nun, Wissenschaftler von Außen nach Köln zu bringen und gemeinsam an den Projekten der Raumfahrt zu arbeiten. "Und ich hoffe natürlich noch auf einen zweiten Flug." Jeder Flug sei spannend, aber er würde sich über den Mond als Ziel freuen.

Über 100 Experimente im All

Am vergangenen Freitag ist der saarländische Astronaut Matthias Maurer nach einem halben Jahr auf der Raumstation ISS im Weltall wieder auf der Erde angekommen. Nach rund 23 Stunden Rückflug landete die Crew am 6. Mai um 6.43 Uhr vor der Küste Floridas im Meer. In der Nacht zu Samstag erreichte der Astronaut dann Deutschland.

Begonnen hatte seine Reise zur ISS am 11. November 2021. Insgesamt hat er während seines Einsatzes über 100 Experimente durchgeführt, mit dem Schwerpunkt auf materialwissenschaftliche und medizinische Forschung.

Der erste Saarländer im All

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.05.2022 berichtet.

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