Der deutsche Astronaut Matthias Maurer hat die Internationale Raumstation ISS für einen mehrstündigen Außeneinsatz verlassen. (Foto: NASA)

Maurer nach Außeneinsatz zurück in der ISS

  23.03.2022 | 21:32 Uhr

Seit gut vier Monaten befindet sich Astronaut Matthias Maurer an Bord der Raumstation ISS. Am Mittwoch durfte der Saarländer zum ersten Mal nach draußen. Mehr als sieben Stunden dauerte sein erster Außeneinsatz.

Seit Mitte November 2021 hat Astronaut Matthias Maurer den besten Platz mit Blick auf die Erde: Er lebt und arbeitet auf der Internationalen Raumstation ISS. Und das voraussichtlich noch bis Ende April. Damit wurde für den Saarländer bereits ein großer Lebenstraum Wirklichkeit.

Nun hat sein Aufenthalt dort oben einen seiner Höhepunkte erreicht: Matthias Maurer hat am Mittwoch die Internationale Raumstation ISS für einen mehrstündigen Außeneinsatz verlassen.

Video [aktueller bericht, 23.03.2022, Länge: 2:39 Min.]
Außeneinsatz des saarländischen Astronauten Maurer hat begonnen

Live-Bilder der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigten am Mittwochnachmittag, wie der Saarländer zusammen mit dem US-Amerikaner Raja Chari in einem Raumanzug den Außenposten der Menschheit durch eine Luftschleuse verließ.

Nach rund sieben Stunden zurück

Nach rund sieben Stunden ist Maurer nun wieder an Bord der ISS. Gemeinsam mit seinem US-Kollegen Raja Chari kehrte er, wie Live-Bilder der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigten, zurück ins Innere der Raumstation.

Die US-Astronauten Kayla Barron, Thomas Marshburn und Mark Vande Hei halfen ihnen dabei. Noch im Raumanzug reckte Maurer nach dem Einstieg seine Arme jubelnd etwas in die Höhe.

Wasser in Maurers Helm entdeckt

Wie die US-Raumfahrtbehörde während der Live-Übertragung des Außeneinsatzes am Mittwoch mitteilte, ist nach dem mehrstündigen Außeneinsatz allerdings Wasser im Helm des deutschen Astronauten Maurer entdeckt worden. Wie viel Wasser sich in dem Helm angesammelt hatte, war zunächst nicht klar. Maurer sei aber „bei guter Gesundheit“ und „nicht in Gefahr“ gewesen, hieß es von der Nasa. Der Vorfall solle untersucht werden.

Maurers Kollegen auf der ISS begutachteten und dokumentierten zunächst den Helm und weitere Teile des Raumanzuges. In Charis Helm hatte sich der Nasa zufolge kein Wasser angesammelt.

Der Vorfall weckt Erinnerungen an den italienischen Astronauten Luca Parmitano. Als der 2013 auf der ISS stationiert war, sammelte sich bei einem Außeneinsatz so viel Wasser in dessen Helm, dass er fast ertrunken wäre.

Video [aktueller bericht, 23.03.2022, Länge: 2:57 Min.]
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Wartungsarbeiten

Die beiden Raumfahrer waren ausgestiegen, um neue Schläuche an einem Kühlsystem anzubringen, eine Kamera auszutauschen sowie Strom- und Datenverbindungen an der externen europäischen Forschungsplattform „Bartolomeo“ zu setzen.

„Wir bewundern eure Hartnäckigkeit und danken euch für eure Arbeit“, hieß es zum Abschluss des Einsatzes aus dem Kontrollzentrum. Maurer und Chari bedankten sich für die Unterstützung ihrer Kollegen.

Der erste Außeneinsatz

Für den Esa-Astronauten Maurer war es der erste Außeneinsatz in rund 400 Kilometern über der Erde gewesen. „Heute ist der Tag“, twitterte die Europäische Raumfahrtagentur Esa. Vor dem Außeneinsatz war zu sehen, wie die Besatzung der ISS Maurer und Chari beim Anziehen der Raumanzüge halfen.

"Matthias ist ein absoluter Profi"
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger / Stephan Rausch, 23.03.2022, Länge: 02:47 Min.]
"Matthias ist ein absoluter Profi"

Maurer ist der zwölfte Deutsche im All

Maurer war am 11. November mit drei Kollegen der US-Raumfahrtbehörde Nasa in einem US-Raumschiff zur ISS geflogen. Dort soll er noch bis Ende April bleiben.

Der 52-Jährige ist der zwölfte Deutsche im All und der vierte auf der ISS. Auch seine drei Vorgänger auf dem Außenposten der Menschheit hatten einen akribisch geplanten und körperlich anstrengenden Außeneinsatz absolviert.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 23.03.2022 berichtet.

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