Ein Kinderarzt impft ein Kind (Foto: picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa)

Schulpflicht schlägt Impfpflicht

  19.02.2020 | 17:14 Uhr

Ab März gilt in Schulen und Kitas die Impfpflicht gegen Masern. Wer sein Kind nicht impfen lässt, muss dann mit Konsequenzen rechnen. Doch es gibt Unterschiede: Während Kitakinder bei fehlendem Nachweis nicht betreut werden dürfen, müssen ältere Kinder trotzdem die Schule besuchen.

Impfpflicht gegen Masern tritt in Kraft
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 02.03.2020, Länge: 02:24 Min.]
Impfpflicht gegen Masern tritt in Kraft

Ein Impfausweis oder ein ärztliches Zeugnis, aus dem hervorgeht, dass ein vollständiger Impfschutz gegen Masern besteht: Diese Möglichkeiten haben Eltern laut dem saarländischen Gesundheitsministerium künftig, um Kitas und Schulen über den bestehenden Masernschutz ihrer Kinder zu informieren. Ebenso kann eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt werden, die bestätigt, dass eine medizinische Kontraindikation gegen eine Masernschutzimpfung vorliegt. Etwa akute behandlungsbedürftige Erkrankungen oder Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffs.

Schulkinder müssen trotzdem zur Schule

Falls diese Dokumente den Einrichtungen nicht vorgelegt werden können, drohen Konsequenzen. So dürften Kita-Kinder ohne entsprechenden Nachweis in der betroffenen Einrichtung nicht betreut werden, teilte das Gesundheitsministerium dem SR mit. Anders sieht es hingegen bei Schulkindern aus, die der gesetzlichen Schulpflicht unterliegen. „Sie dürfen in der Regel die Schule ohne Einschränkungen besuchen, auch wenn sie keinen ausreichenden Nachweis vorgelegt haben“, heißt es aus dem Ministerium.

Buß- und Zwangsgelder sind möglich

Allerdings werde in einem solchen Fall das Gesundheitsamt eingeschaltet, das die Eltern „zu einer Beratung laden und gegebenenfalls zur Vervollständigung des Impfschutzes auffordern“ werde. Letztlich könnten Buß- beziehungsweise Zwangsgelder verhängt werden. Eine Zwangsimpfung soll es aber in keinem Fall geben, betonte der Regionalverband Saarbrücken.

Kinder unter einem Jahr müssen im Übrigen noch keinen Nachweis vorlegen. Sie können auch ohne Nachweis aufgenommen werden. Kinder ab einem Jahr müssen dann mindestens eine Masern-Schutzimpfung oder eine Immunität gegen Masern nachweisen. Ab zwei Jahren muss der vollständige Masernschutz von zwei Impfungen nachgewiesen werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 19.02.2020 berichtet.

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