Marktschreier Wurst-Achim, amtierender deutscher Meister (Foto: Veranstalter/Pressefoto)

Aal-Ole und Wurst-Achim zu Gast in Saarbrücken

Jonas Krewel   21.08.2019 | 17:50 Uhr

Lautstarkes Kräftemessen in der Innenstadt: Marktschreier aus der Republik gastieren seit Mittwoch vor der Europa-Galerie. Mit dabei Aal-Ole aus Hamburg, der berühmte Blumen-Holländer und natürlich der amtierende deutsche Meister, „das lauteste Lebewesen der Welt“: Wurst-Achim.

Ob man es als Kunde schätzt, angebrüllt zu werden – sehr laut, fast schon aggressiv? Im Normalfall weniger. Noch bis zum 25. August wird das für viele allerdings der einzige Grund sein, die Saarbrücker Innenstadt aufzusuchen. In einer Lautstärke von 110 Dezibel und mit viel Humor preist Joachim Pfaff, besser bekannt als Wurst-Achim aus Niedersachsen, seine unzähligen Wurstwaren an. Damit ist er Spitzenreiter seiner Zunft und Rekordhalter im Guinness-Buch, hat er doch das bis dato lauteste Lebewesen der Welt, den Brüllaffen, erfolgreich abgelöst. „Der Rekord steht schon sechs Jahre“, erzählt Pfaff. „Da bin ich auch ein bisschen stolz drauf!“

Händler und Entertainer in einem

Interview mit Wurst-Achim
Audio [SR.de, (c) SR, 16.08.2019, Länge: 05:53 Min.]
Interview mit Wurst-Achim

Pfaff ist gelernter Einzelhandelskaufmann. Während er vor 31 Jahren noch Obst und Gemüse auf dem Großmarkt eingekauft hatte, bringt er heute lauthals nur Wurst unters Volk. Er ist Händler und Entertainer zugleich. „Eine Mischung aus allem“, erklärt er. „Man sollte als guter Marktschreier in der Lage sein, die Leute gut zu unterhalten, mit viel Witz und Humor. Es wird nicht nur geschrien.“ Dennoch ist das natürlich sein Markenzeichen – sein kräftiges Organ. „Das war schon immer etwas lauter“, so der 59-Jährige Niedersachse.

„Wir schreien nicht über den Kehlkopf“

Als Marktschreier müsse er die Flankenatmung beherrschen, eine Atemtechnik, die über das Zwerchfell funktioniert. „Wir schreien also nicht über den Kehlkopf, sonst wären wir nach einer Stunde heiser.“ Wo man das lernt? In einer Atemschule, wo auch professionelle Sänger ein- und ausgehen. Wenn zu guter Letzt seine Nachbarn mit den Aalen und den Blumen auch noch ihr Fett wegbekämen, habe er einen guten Job gemacht, scherzt Pfaff.

Gemeint sind zum einen Aal-Ole, das Original aus Hamburg, der hinter seiner Theke für jeden Geschmack immer den richtigen Fisch verspricht. Zum anderen der Blumen-Holländer, der in Saarbrücken so viele Orchideen wie noch nie verkaufen und damit seinen eigenen Weltrekord brechen möchte. Wen darüber hinaus die Teigwaren-Auswahl von Nudel-Anne interessiert, der sollte sich am 21. August um 11 Uhr zur offiziellen Eröffnung an der Europa-Galerie einfinden. Auch um herauszufinden: Was gibt es eigentlich bei Gewürz-Uwe und Kuchen-Olli?

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