Ein Wildschwein im Wald (Foto: Pixabay/Annette Meyer)

Jäger warnen vor mehr Wildschweinen in Luxemburg

Axel Wagner   19.04.2021 | 13:06 Uhr

Der Luxemburger Jagdverband warnt vor einer deutlich gewachsenen Wildschwein-Population. Aus diesem Grund hat das Umweltministerium die Jäger auf Bitten des Verbandes von der nächtlichen Ausgangssperre befreit. Ob das ausreicht, ist offen.

Im Großherzogtum Luxemburg gilt zurzeit zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr eine Ausgangssperre. Davon sind die Jäger seit vergangenem Donnerstag befreit. „Das kam von uns“, sagte Marc Reiter vom Luxemburger Jagdverband dem SR. Das Ministerium habe auf eine entsprechende Bitte hin umgehend reagiert.

Deutlich weniger Tiere geschossen

Zuvor allerdings war die Jagd auf Wildschweine in Luxemburg in der Saison Ende vergangenen Jahres aufgrund der Corona-Maßnahmen für mehrere Wochen untersagt. Das hat dazu geführt, dass rund ein Drittel der üblicherweise geschossenen Wildschweine nicht erlegt wurde.

Normalerweise erlegen Luxemburger Jäger etwa 6000 bis 6500 Wildschweine pro Jahr. Mit den Maßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest stieg die Zahl ab 2018 an, 2019 und 2020 waren es nach Verbandsangaben insgesamt rund 8800 Tiere. Im Dezember 2020 und im Januar 2021 griffen dann jedoch die Corona-Maßnahmen. Dadurch wurden in diesem Zeitraum Reiter zufolge rund 2000 Tiere weniger geschossen.

Befreiung von Ausgangssperre

„Das führt dazu, dass wir einen höheren Bestand mit ins Frühjahr nehmen“, so Reiter. Mit Würfen von vier oder fünf Jungtieren käme so ein Plus von rund 5000 Tieren zusammen. Hinzu kommt für die Luxemburger Jäger, dass sie – anders als ihre saarländischen Kollegen, die ebenfalls mehr Tiere verzeichnen – nachts nicht jagen dürfen. Der Einsatz von Nachtsichttechnik ist in Luxemburg nicht erlaubt, gejagt werden darf nur von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Untergang.

Trotzdem ist die Befreiung von der nächtlichen Ausgangssperre für die Luxemburger Jäger eine Erleichterung, denn sie sind zurzeit schon morgens um 4.00 Uhr in ihrem Revier. Ob das allerdings ausreicht, um den Wildschweinbestand schnell wieder einzudämmen, ist fraglich. Die Saison beginnt laut Reiter am 1. Mai. „Dann muss man sehen, was man erreichen kann. Einfach wird die Sache nicht.“

Austausch mit Saar-Jägern

Eine offizielle Kooperation mit der Jägerschaft im Saarland und in Rheinland-Pfalz gibt es übrigens nicht, auch wenn einer der Wildschwein-Hotspots die Gegend entlang der Mosel ist. Es gebe aber, so Reiter, trotzdem einen regen Austausch der Jäger dies- und jenseits der Grenze untereinander. Was er sich für die Zukunft der Jagd in der Region wünscht: „Es würde uns sicherlich allen das Leben erleichtern, wenn man überall die gleichen Regeln hätte.“

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