Ein Blaulicht auf dem Dach eines Polizeiwagens. (Foto: dpa)

Luxemburgs meistgesuchter Verbrecher gefasst

  28.10.2019 | 17:03 Uhr

Die Polizei im spanischen Marbella hat am Sonntagmorgen einen 34 Jahre alten Belgier festgenommen, der 2017 in Luxemburg wegen eines Überfalls auf die Sicherheitsfirma G4S zu 22 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte seine Haftstrafe aber nicht angetreten.

Wie das Luxemburger „Wort“ berichtet, hatte der 34-Jährige mit mehreren Komplizen am 3. April 2013 den Firmensitz des Sicherheitsunternehmens G4S im Luxemburger Stadtteil Gasperich überfallen. Mit Sprengstoff versuchten sie am frühen Morgen, sich Zugang zum Gebäude zu verschaffen, was beim zweiten Versuch auch gelang. Da aber zu dieser Zeit noch nicht gearbeitet wurde, konnten sie keine Beute machen. Zwei der Täter nahmen die eintreffenden Polizisten unter Beschuss.

Zwei Verbrecherbanden aus Belgien

Auch während ihrer Flucht kam es zu Schusswechseln. Nur vier Verdächtige landeten schließlich auf der Anklagebank. Insgesamt geht die Polizei von rund 20 Tatbeteiligten aus. Die Ermittlungen ergaben, dass die Angeklagten auch für Überfälle in Belgien, den Niederlanden und Deutschland verantwortlich sind. Sie gehören zwei Verbrecherbanden aus Lüttich und Charleroi. Drei der Angeklagten wurden unter anderem wegen schweren Raubes und Mordversuchs für schuldig befunden.

Die Urteile wurden im Februar 2017 in zweiter Instanz bestätigt, ein Kassationsgesuch (Antrag auf Aufhebung des Urteils) wurde im Januar 2018 abgelehnt. Der 34-jährige Belgier, der bis auf eine sechsmonatige Untersuchungshaft auf freiem Fuß war, entzog sich jedoch der 22-jährigen Haftstrafe und tauchte unter.

Festnahme vor Disco

Das europäische Fahndungsnetzwerk Enfast erhielt am Samstagabend einen konkreten Hinweis zum Aufenthaltsort des Belgiers. Die Polizei konnte ihn daher am Sonntagmorgen gegen 2.30 Uhr vor einer Disco festnehmen. Die Luxemburger Justizbehörden haben bereits angekündigt, die Auslieferung zu beantragen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 28.10.2019 berichtet.

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