Ein Auto fährt auf das Gelände der Hermann Neuberger Schule (Foto: SR)

Parkgebühren sorgen für Ärger

Axel Wagner / mit Informationen von Frank Grundhever   23.10.2018 | 20:22 Uhr

Seit inzwischen einer Woche ist das Parken auf dem Gelände der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken nicht mehr kostenlos. Der Grund: Der Landessportverband Saarland (LSVS) braucht Geld, und das ist eine der ersten Maßnahmen. Beim Tischtennisverband und bei den Studenten der benachbarten Universität kommt sie allerdings gar nicht gut an.

Video [aktueller bericht, 23.10.2018, Länge: 4:17 Min.]
Kritik an Parkgebühren des Landessportverbandes

„Ab der ersten Stunde wird ein Euro fällig für das Parken. Der Maximalpreis ist drei Euro“, so Erik Roskothen, Vizepräsident des Saarländischen Tischtennisbundes, im SR Fernsehen. „Das hört sich jetzt auf der einen Seite, verglichen zu QPark in der Innenstadt natürlich nicht viel an.“ Für den Verband aber, der seine Mitglieder unterstützen müsse, bedeute das eine Mehrbelastung zwischen 4000 und 5000 Euro im Jahr, und das in einer Situation, in denen man auf Geld aus dem LSVS in fünfstelliger Höhe warte.

Roskothen ist sauer: „Es werden jetzt Ehrenamtliche, Sportler, die Eltern unserer Kader-Kinder, die Lehrer, Trainer zur Sanierung des LSVS herangezogen. Das hat neben der finanziellen Belastung aus unserer Sicht einfach eine Symbolwirkung, die zeigt, dass man das Ehrenamt komplett übergeht.“

Verband kündigt Regelung an

LSVS: Parkgebühren sorgen für Unmut
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LSVS: Parkgebühren sorgen für Unmut
Der LSVS führt Parkgebühren an der Sportschule in Saarbrücken ein - und die Sportler? Die finden das gar nicht prickelnd. SR3-Reporter Thomas Gerber berichtet.

Das will man beim LSVS so nicht stehen lassen. Eine Regelung sei in Sicht, heißt es vonseiten des Verbands. „Ich kann die Verwunderung zum Teil verstehen“, so LSVS-Präsident Adrian Zöhler. „Allerdings haben wir uns in den letzten Tagen und vor allem auch am Wochenende intensiv damit beschäftigt, wie wir Lösungen für Sportler, Ehrenamtler und Trainer finden.“ Ein Lösungsvorschlag, der kommende Woche vorgestellt werden soll, sieht vor, dass die Betroffenen dann maximal drei Euro pro Monat bezahlen sollen.

Der LSVS erwartet, dass das neue Parksystem Mehreinnahmen zwischen 150.000 und 180.000 Euro bringt. „Es ist ein Beitrag aller zur Eigensanierung des LSVS, an dem alle ein Stück weit beteiligt sind, aber jeder in dem Maße, wie er es auch tatsächlich leisten kann.“

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