Löwenzahn (Foto: pixabay/pixel2013)

Anbaufläche für Löwenzahn schrumpft

Oliver Buchholz / Onlinefassung: Kristin Luckhardt   12.03.2020 | 12:00 Uhr

Egal ob gekauft oder selbst gestochen, Löwenzahn ist gesund, verrät Kräuterpädagoge Guido Geist. Löwenzahn sei Harn treibend, spüle Nieren und Galle aus und sei blutreinigend. Er habe sehr viel Vitamin C, aber auch sehr viel Vitamin E und B. Eine bessere, gesündere Pflanze könne man sich jetzt im Frühjahr fast nicht vorstellen. Trotzdem geht der Absatz zurück.

Ist Löwenzahn gesund?
Audio [SR 3, Oliver Buchholz , 12.03.2020, Länge: 03:27 Min.]
Ist Löwenzahn gesund?

In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Anbaufläche von Löwenzahn fast halbiert, sagt Roman Denis. Er baut die Pflanze in Saarlouis an und vermarktet sie. Denis sagt, die jüngeren Leute zögen beim Löwenzahn nicht mehr so. Dabei sei er "vom Vitamingehalt der beste aller Salate". Denis erntet auf knapp einem Hektar Land jedes Jahr zwischen Ende Februar und Mitte April über drei Tonnen Löwenzahn.

Löwenzahnanbau ist aufwändig

Obwohl er auf seinen Feldern maschinell geerntet und dann aufgesammelt werde, sei der "Bettseicher" eines der teuersten Produkte und schon gar kein Unkraut, so Denis. Denis betont, der Aufwand sei "riesengroß". Löwenzahn werde im März April gesät, müsse das ganze Jahr unkrautfrei gehalten werden und werde dann im September abgehäckselt und 14 Tage später zugehäufelt. Dann steht er, hat den ganzen Winter und werde dann je nach Wetter wenn er austreibt, frisch auf dem Feld geerntet.

Im Handel ist sein Bio Löwenzahn ab 20 Euro pro Kilo zu haben. Die Kosten hängen auch mit der aufwendigen Weiterverarbeitung zusammen. Isolde Bernhard ist seit fünf Jahren im Betrieb fürs Bettseicherputzen zuständig. Das sei die meiste Arbeit, betont sie und bedauert: "Die Leute verstehen das nicht, wenn nachher der Preis auf dem Markt verlangt wird".

Tipps fürs Löwenzahnsammeln

Aus den Blättern können dann Salate gezaubert werden. Wer Löwenzahn nicht kaufen, sondern selber sammeln will, sollte den Standort beachten, rät Kräuterpädagoge Guido Geisen. Suche sollte man "auf jeden Fall auf unbelasteten Standorten" - also zum Beispiel nicht auf einer Viehweide. Löwenzahn sollte auch nicht an dicht befahrenen Straßen oder an Eisenbahnlinien gesammelt werden. Geisen betont, es gebe im Saarland "noch genug naturnahe Flächen, so dass man bedenkenlos immer wieder noch Plätze findet, wo man Löwenzahn holen kann".

Giftig ist übrigens kein Teil der Pflanze, auch nicht die Milch des Stängels. Und giftige Doppelgänger gibt es auch keine. Also: Gummistiefel an und ab auf die Wiese.

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Über dieses Thema hat auch die SR3 Region am Mittag vom 12.03.2020 berichtet.

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