Zwei Studentinnen auf dem Campus der Universität des Saarlandes (Foto: Pressefoto/Michael Ehrhart)

Lob und Kritik für Saar-Hochschulen

Leonie Rottmann   08.05.2019 | 10:04 Uhr

Die Universität des Saarlandes und die HTW Saar erreichen im bundesweiten Vergleich im aktuellen Hochschulranking des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) teils sehr gute Ergebnisse, teils sehen Studierende, vor allem der Saar-Uni, aber auch Verbesserungsbedarf. Der HTW-Architekturstudiengang erreicht in fast allen Kriterien die Spitzengruppe.

Vor allem zu Studienbeginn freuen sich viele Studenten über Orientierung im neuen Umfeld. Alle untersuchten Studiengänge der Universität des Saarlandes erreichten im Bereich „Unterstützung am Studienanfang“ mit neun bis zwölf von 14 möglichen Punkten die Spitzengruppe. Mit jeweils zwölf Punkten fühlen sich Studierende der Fachbereiche „Mechatronik“ und „Elektrotechnik und Informationstechnik“ bei Studienbeginn besonders gut betreut.

Friederike Meyer zu Tittingdorf, Pressesprecherin der Universität des Saarlandes, freut sich über das positive Feedback zur Begleitung der Studienanfänger: „Wir bieten den neuen Studierenden schon in der Orientierungswoche vor Studienbeginn Hilfsangebote durch die Fachschaften und verschiedene Vorkurse, vor allem in Mathe“, sagt sie. „Außerdem gibt es ein Mentorenprogramm in den ersten Semestern, in dem erfahrene Studenten den Anfängern helfen und Orientierung bieten.“

Die Psychologiestudenten der Saar-Uni sind zwar auch zufrieden mit den Angeboten der Universität zu Beginn des Studiums, allerdings erreichen die Einzelwertungskriterien fast ausschließlich die Mittel- oder sogar Schlussgruppe. Einen besonders hohen Verbesserungsbedarf sehen sie bei der Prüfungsorganisation, der Unterstützung fürs Auslandsstudium und den Angeboten zur Berufsorientierung.

HTW-Studierende vergeben Spitzennoten

HTW-Studierende des Fachbereichs Architektur – der einzige ausgewertete Fachbereich der HTW – schätzen die Unterstützung zu Beginn des Studiums mit sechs von zwölf Punkten eher mittelmäßig ein. Viele Studierende wissen offenbar nicht, dass es Angebote gibt: „Es gibt unter anderem Mathe- und Englisch-Vorkuse im Vorfeld des Studiums, ein Mentorenprogramm für Erstsemester und Projektwochen“, sagt Katja Jung, Pressesprecherin der HTW-Saar. „Diese Angebote müssen bekannter gemacht werden, denn sie werden leider nicht von allen Studierenden genutzt.“

Dennoch schneidet der Architektur-Studiengang im Ranking in 14 untersuchten Kriterien mit Spitzennoten ab – darunter die Studienorganisation und die Angebote zur Berufsorientierung. Mit Durchschnittsnoten von 1,4 scheinen die Befragten vor allem zufrieden mit den Räumlichkeiten und der IT-Infrastruktur zu sein.

Sanierungsstau an Saar-Uni

Die Räumlichkeiten der Universität des Saarlandes dagegen wurden von den Befragten eher schlecht und teilweise in die Schlussgruppe gevotet. Mit einer Durchschnittsnote von 4,0 sind viele Studierende der Anglistik und Amerikanistik sowie der Romanistik unzufrieden mit Hörsälen und Seminarräumen. Auch das Ergebnis des Fachbereichs Psychologie befindet sich in der Schlussgruppe.

Die Gründe für dieses Ergebnis gehen aus dem Hochschulranking nicht hervor. Nachdem vor zwei Jahren ein großes Gebäude aus Brandschutzgründen geschlossen werden und Fachbereiche in andere Räume umziehen mussten, gibt es immer wieder Unzufriedenheiten mit den räumlichen Begebenheiten. "Davon waren unter anderem die Germanistik und die Romanistik betroffen, die jetzt natürlich unzufrieden sind“, sagt Friederike Meyer zu Tittingdorf. Die Sanierungsarbeiten werden aber noch andauern.

Internationale Ausrichtung ist unterschiedlich

Gute Möglichkeiten, Studienphasen im Ausland einzubetten, haben laut des Rankings die Bachelor- und Masterstudiengänge der Anglistik und Amerikanistik. Sogar neun von neun Punkten vergeben Studierende des Fachbereichs Mechatronik für die internationale Ausrichtung ihres Studiengangs – dagegen vergeben die Befragten des Psychologiestudiengangs nur einen Punkt. Eine ähnlich geringe internationale Ausrichtung hat das Architekturstudium an der HTW.

Für das CHE-Ranking werden Professoren und Studenten befragt und Fakten aus den Fachrichtungen erhoben. Für das aktuelle Hochschul-Ranking haben mehr als 150.000 Studierende von über 300 Universitäten und Fachhochschulen deutschlandweit ihre Studiengänge und die Rahmenbedingungen bewertet.

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