Obst in einer Schule (Foto: dpa)

Linke fordert Vergabe nach Bedürftigkeit

  12.09.2019 | 12:11 Uhr

Die Linke im saarländischen Landtag fordert, das Verfahren zur Vergabe von Schulobst an Kitas auf ein anderes System umzustellen. Bisher wird nach Losglück entschieden, welche Kindertagesstätten an dem Programm teilnehmen können. Dies kann dazu führen, dass Kitas mit vielen Kindern aus sozial schwachen Familien leer ausgehen.

Kostenloses Schulobst bekommen im Saarland nicht nur Schulen, sondern auch Kindertagesstätten. Allerdings nur dann, wenn zuvor alle Schulen bedient wurden und noch Geld übrig ist. Dies führt nach Angaben des Umweltministeriums dazu, dass viele Kitas sich zwar für das Programm bewerben, aber am Ende leer ausgehen.

Wie die "Saarbrücker Zeitung" berichtet, erhalten in diesem Jahr 199 Kitas im Saarland kein Schulobst, obwohl sie sich dafür beworben haben. Unter ihnen ist auch die Kita Heilig Kreuz im Brennpunkt Folsterhöhe in Saarbrücken. Welche Kita Obst bekommt, und welche nicht, das wird nach Angaben des Ministeriums per Los entschieden.

Linke fordert neues Vergabeverfahren

Das kritisiert nun die Landtagsfraktion der Linken im Saarland. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Astrid Schramm fordert, das Vergabeverfahren für das Schulobst-Programm umgehend zu ändern. "Natürlich sollten am besten alle Kitas kostenfreies Obst bekommen", so Schramm. "Zuerst sollten aber die Einrichtungen bedacht werden, in denen besonders viele Kinder aus einkommensschwächeren Familien kommen." Dort wo mehr als die Hälfte der Kinder auf Sozialleistungen angewiesen seien, müsse es kostenfreies Obst geben. "Die Bedürftigkeit der meisten Kinder einer Einrichtung muss das zentrale Kriterium der Vergabe sein, nicht Losglück", so Schramm.

SPD Saarbrücken kritisiert Losverfahren

Auch die SPD-Stadtratsfraktion Saarbrücken hat kein Verständnis dafür, dass die beteiligten Einrichtungen ausgelost werden. Wenn das Geld nicht ausreiche, alle Einrichtungen zu versorgen, müssten die Mittel dort eingesetzt werden, wo der Bedarf besonders groß ist, sagten die Sprecherin der Fraktion, Susanne Nickolai, und die Alt-Saarbrücker Stadtverordnete, Britta Blau.

Das Programm sei vor allem für Kinder da, die zu Hause wenig Obst und Gemüse verzehren können. In der Kita Folsterhöhe sei der Bedarf groß. "Es gibt Bildungs- und Sozialindikatoren, mit deren Hilfe man auf erhöhten Bedarf für ein solches Programm schließen kann. Wir fordern das zuständige Umweltministerium dazu auf, diese auch anzuwenden", so Nickolai und Blau.

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