Ein Grablicht auf einem Friedhof (Foto: picture alliance/dpa | Daniel Karmann)

Leichte Übersterblichkeit im Saarland

Thomas Braun   09.12.2021 | 15:42 Uhr

Im ersten Jahr der Corona-Pandemie sind im Saarland 524 Menschen mehr gestorben als im gleichen Vorjahreszeitraum. Bundesweit waren es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 71.000 Personen mehr. Die Pandemie sei "maßgeblich" für diese Entwicklung.

In den ersten zwölf Monaten seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 sind im Saarland insgesamt 14.104 Menschen gestorben. Das waren 524 mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum - ein Plus von 3,9 Prozent. Betrachtet man nicht nur das Vorjahr, sondern den Durchschnitt gleich mehrerer Jahre, liegt das Plus bei rund 660 Personen.

"Maßgeblich durch die Pandemie beeinflusst"

"Der Anstieg der Sterbefallzahlen ist nicht allein durch die Alterung der Bevölkerung erklärbar, sondern maßgeblich durch die Pandemie beeinflusst", sagte Christoph Unger, Vizepräsident des Statistischen Bundesamtes, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wiesbaden. Erwartbar wäre aufgrund der demografischen Entwicklung ein Anstieg der Sterbefallzahlen um etwa zwei Prozent gewesen.

Deutliches Plus im Winter, großer Rückgang im März

Besonders in den Wintermonaten November bis Januar vergangenen Jahres lagen die Todesfallzahlen im Saarland mit 13 bis 18 Prozent deutlich über dem Schnitt der Vorjahre.

Umgekehrt gab es im März, wenn üblicherweise die Grippewelle ihren Höhepunkt erreicht, ein Minus von 20 Prozent bei den Sterbefällen im Vergleich zu den Vorjahren. Durch die Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen waren die Fallzahlen bei vielen Infektionskrankheiten - wie etwa der Grippe - im vergangenen Frühjahr deutlich zurückgegangen.

Sachsen verzeichnet 19 Prozent mehr Sterbefälle

Im Saarland verlief die Entwicklung moderater als in anderen Bundesländern. In Sachsen etwa waren im Dezember mehr als doppelt so viele Menschen verstorben wie im Schnitt der Vorjahre. Auch im Januar lagen die Zahlen dort 60 Prozent über dem mehrjährigen Mittelwert.

Betrachtet man den gesamten Zeitraum von März 2020 bis Februar 2021, sind in Sachsen laut Statistischem Bundesamt 19 Prozent mehr Menschen gestorben als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

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