Lehrkräftemangel an Grundschule Bübingen hat ernste Folgen für Kinder

Der Lehrermangel macht auch den saarländischen Schulen zu schaffen. An der Grundschule Bübingen etwa kommt es seit Monaten immer wieder zu Unterrichtsausfällen. Die Verzweiflung der Eltern, die auf Hilfe des Bildungsministeriums warten, wächst. Denn für einige Kinder ist schon klar: Sie werden wegen der vielen Ausfälle die Klasse wiederholen müssen.

Anfang Dezember hatten sich Eltern von Grundschulkindern einer Saarbrücker Schule in einem Brandbrief an das Bildungsministerium gewandt und den schon seit längerer Zeit bestehenden Lehrermangel an ihrer Schule mit dramatischen Worten geschildert. So habe es wegen fehlender Lehrkräfte immer wieder Homeschooling gegeben oder Klassen mussten aufgeteilt werden, sodass Schülerinnen und Schüler in fremden Klassen selbständig ihre eigenen Arbeitsblätter bearbeiten sollten; eine "reguläre Beschulung" sei damit nicht gegeben.

Auf Nachfrage des SR antwortete das Ministerium damals, dass es sich dabei nur um eine temporäre Situation handle, die sich zeitnah entspannen werde. Tatsächlich hatte sich das Ministerium die Lage vor Ort selbst angesehen und versprochen, sich zu kümmern. Doch wirklich gebessert hat sich bisher kaum etwas, wie Sascha Hilgert, Medienbeauftragter einer zweiten Klasse, dem SR berichtet.

"So gut wie keine Lehrerreserve an unserer Schule"

Demnach wurde zwar eine zusätzliche Lehrerin eingestellt, die immer dann den Vertretungsunterricht hätte übernehmen sollen, wenn eine Lehrkraft ausfällt. Doch nach den Weihnachtsferien erreichte die Eltern die Mitteilung, dass die Klassenlehrerin nun einen Versetzungsantrag gestellt habe – zu Beginn des kommenden Schuljahres werde sie nicht mehr an der Schule unterrichten.

Die Leitung der Klasse übernimmt daher ab sofort die neue Vertretungslehrerin. Eine Springerin gibt es damit in dem Sinne nicht mehr; die ehemalige Lehrerin der Klasse werde stattdessen aushelfen, wo und so lange sie eben könne.

Eltern verärgert über Lehrkräftemangel in Bübingen

Damit sei die Personalsituation wieder die gleiche wie zuvor. "Es gibt so gut wie keine Lehrerreserve an unserer Schule", sagt Hilgert. Bei den Eltern klingeln also die Alarmglocken; sie befürchten, dass wieder eine Welle von Unterrichtsausfällen ansteht – für sie Grund genug, sich erneut an den SR zu wenden.

Denn noch dazu habe sich herausgestellt, dass ein zweites Versprechen des Ministeriums nur für den Dezember galt: Eigentlich sollten Pädagoginnen aus der Nachmittagsbetreuung schon morgens beim Unterricht aushelfen. Auch, um eine Aufteilung der Klassen zu verhindern. Doch bereits in diesem Monat habe das Ministerium die Mittel dafür gestrichen.

Kinder müssen Klasse wiederholen

Und noch ein Punkt macht die Eltern sauer. Im Dezember sei ihnen versichert worden, dass kein Kind aufgrund des versäumten Unterrichts die Klasse wiederholen müsse. Durch die aktuelle Situation sehen sich einige Eltern aber genau dazu gezwungen – auch durch eine entsprechende Empfehlung der Klassenlehrerin. "Sie nehmen ihre Kinder aus dieser Mühle raus, damit sie einfach nochmal ein Jahr mehr haben, um den Stoff, der im letzten Jahr nicht vermittelt werden konnte, aufzuholen."

Noch ist unklar, wie es weitergeht an der Grundschule Bübingen. Das Bildungsministerium hat angekündigt, die Sachlage noch einmal genau zu prüfen.

Über dieses Thema berichtet auch der aktuelle bericht am 24.01.2023.

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