Mobile Rampe aus Klemmbausteinen (Foto: Zukunftswerkstatt Saar)

Bereits vier "Legorampen" im Saarland

Kristin Luckhardt   26.12.2020 | 08:00 Uhr

Im Saarland sind bereits vier mobile „Legorampen“ im Einsatz. Weitere sind in Planung. Auch die Zahl der Sammelstellen für Bausteine steigt weiter. Das ist gut, betont die Zukunftswerkstatt Saar, denn die Rampen leisteten einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe.

Vier Rampen im Einsatz

Am 29.9.ist die erste „Legorampe“ im Saarland aufgestellt worden. Inzwischen haben drei Dillinger und ein Saarbrücker Geschäft je eine.

60 bis 80 Prozent der öffentlichen Räume hätten noch immer keinen rollstuhlgerechten Eingang - und schon eine kleine Stufe mache es Rollstuhlfahrern, älteren Menschen mit Rollatoren, aber auch jungen Familien mit Kinderwagen schwerer, am Leben teilzuhaben, betont die Zukunftswerkstatt Saar.

Deswegen hat sie im Sommer die Initiative "Rollstuhlrampen aus Klemmbausteinen" im Saarland gestartet. Die Initiative habe sich schnell weiterentwickelt, freut sich Initiator Winfried Hoffmann. Inzwischen gebe es bereits 20 bis 30 Sammelstellen.

Zwei Rampen in Planung

Tausende Steine

Eine einteilige „Legorampe“ besteht aus etwa 4000 Bausteinen der Firma Lego und anderer Hersteller. Inklusive Kleber und Gummimatte wiegt eine Rampe etwa zehn Kilogramm.

Und es gebe weitere Anfragen. Das Jugendhaus in Merzig fertige eine „Legorampe“ für ein ortsansässiges Geschäft. Zudem gebe es eine Initiative für eine „Legorampe“ in Wadern. Die dortige Postfiliale solle durch die mobile Rampe einen barrierefreien Zugang erhalten. Geplant sei, sie an Ostern zu übergeben.

Zurzeit keine Workshops

Auch das Bistum Trier wolle eine „Legorampe“ bauen. Die Zukunftswerkstatt Saar wolle auch hier beim Einrichten von Sammelstellen helfen und einen Workshop veranstalten.

Mobile Rampe aus Klemmbausteinen (Foto: Zukunftswerkstatt Saar)
Legorampe vor dem Steinewerk in Dillingen

Wegen der Coronapandemie seien derzeit allerdings keine öffentlichen Workshops möglich, bedauert Winfried Hoffmann. Gesammelt werde aber weiter. Bausteine könnten an den Sammelstellen abgegeben werden, zum Beispiel

  • in Merzig in der Stadtbibliothek und im Rathaus,

  • in Dillingen bei der Diakonie (Projektbüro in der Stummstraße), im "Steinewerk" und in anderen Geschäften,

  • in Wadern in der Postfiliale, der Stadtbibliothek und im Familienzentrum Hochwald,

  • in Saarbrücken beim DRK (Vollweidstraße)

  • in Ottweiler beim AWO Pflege- und Betreuungsservice

Netzwerk geplant

Die Zukunftswerkstatt Saar möchte ein saarlandweites Netzwerk aufbauen. Die Partner könnten dann Bausteine untereinander tauschen. Mit Geldspenden könne die Zukunftswerkstatt bei Bedarf auch gebrauchte Steine kaufen, so Initiator Hoffmann. Die Initiative sei schließlich nachhaltig.

Ein Sponsor wolle Kleber für die Rampen zur Verfügung stellen. Den könnte die Zukunftswerkstatt dann an die Projekte vor Ort verteilen.

Rückblick

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 26.12.2020 berichtet.

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