Eine Lehrerin unterrichtet mithilfe moderner Technik (Foto: dpa/Armin Weigel)

Laptops für Lehrer, Datenflats für Schüler

mit Informationen von Stephan Deppen   22.09.2020 | 13:25 Uhr

Die 800.000 Lehrer in Deutschland sollen noch in diesem Jahr die bereits zugesagten Dienst-Laptops erhalten. Das ist am Montag bei einem Treffen im Kanzleramt vereinbart worden. Schüler sollen Datenflatrates erhalten. Die saarländische Bildungsministerin Streichert-Clivot zeigte sich im SR-Interview zufrieden.

Bei dem Treffen der Bildungsminister am Montag hatte Kanzlerin Angela Merkel noch einmal bekräftigt, dass der Bund zu seinen Zusagen steht, die Digitalisierung der Schulen finanziell zu unterstützen. Die dafür veranschlagten 500 Millionen Euro sollen schneller bereitgestellt werden als ursprünglich geplant.

"Das Recht auf Bildung treibt alle an"
Audio [SR 3, Michael Friemel / Christine Streichert-Clivot, 22.09.2020, Länge: 03:47 Min.]
"Das Recht auf Bildung treibt alle an"

Demnach sollen Lehrer noch in diesem Jahr ihre Dienst-Laptops erhalten. Außerdem soll es für alle Schüler einen Datentarif für zehn Euro pro Monat geben. Für bedürftige Schüler soll der Tarif kostenlos sein und aus dem Bildungs- und Teilhabepaket finanziert werden. Weitere Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

Schulschließungen sollen verhindert werden

Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot zeigte sich mit den Ergebnissen des Treffens zufrieden. Im SR-Interview sagte sie, alle hätten das Recht auf Bildung betont und bemühten sich darum, eine erneute generelle Schulschließung wegen der Corona-Pandemie zu verhindern.

Die Entscheidung, den Regelbetrieb wieder aufzunehmen, sei richtig gewesen. Jetzt gehe es darum für jede Schule die Lüftungs- und Hygienekonzepte zu überarbeiten und die Informationen darüber unter den Ländern auszutauschen und den Betroffenen zu erläutern.

Lehrerverband: Zu späte Umsetzung

SLLV: "Das kommt ein halbes Jahr zu spät"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 22.09.2020, Länge: 03:09 Min.]
SLLV: "Das kommt ein halbes Jahr zu spät"

Die Vorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes, Lisa Brausch, übte im SR-Gespräch Kritik an der späten Umsetzung der Maßnahmen. Die Politik habe "seit dem Lockdown im März wertvolle Zeit verstreichen lassen". Die aktuellen Maßnahmen seien zwar sinnvoll, aber sie seien auch "getrieben von der Angst vor weiteren Schulschließungen im Herbst".

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 22.09.2020 berichtet.

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