Landgericht Saarbrücken (Foto: SR)

Bewährungsstrafe für Saarbrücker nach Glasflaschen-Angriff

Gabor Filipp   23.06.2021 | 18:03 Uhr

Das Landgericht in Saarbrücken hat einen taubstummen Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Es ordnete die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an - allerdings auf Bewährung. Der 42-Jährige hatte einen Mann mit einer Glasflasche am Kopf verletzt.

Wegen gefährlicher Körperverletzung hatte sich der 42-Jährige taubstumme Saarbrücker vor dem Landgericht zu verantworten. Er war beschuldigt worden, an der Saarbahnhaltestelle Johanniskirche in Saarbrücken die Haare einer Frau angezündet und auf dem Kopf eines Mannes eine Glasflasche zerschlagen zu haben. Jetzt gab es das Urteil.

Keine Sicherheitsverwahrung

Demnach muss der Mann mit schizophrener Psychose nicht in Sicherungsverwahrung - obwohl die Strafkammer seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet hat. Diese wurde allerdings zur Bewährung ausgesetzt.

Michael S. bleibt also auf freiem Fuß. Zwar wurde im Urteil festgehalten, dass er der Frau mit einem Feuerzeug die Haare angezündet hatte, gleichwohl blieb ungeklärt, wer mit den Aggressionen angefangen hatte. Es könnte Notwehr gewesen sein, wie es der Angeklagte über eine Gebärdendolmetscherin mitgeteilt hatte.

Video zeigt Tat

Der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung mit einer Glasflasche blieb jedoch bestehen, zumal auch ein Video zeigte, wie Michael S. den Mann über die Saarbahnschienen verfolgte und dann die Flasche auf dessen Kopf zertrümmerte.

Die Psychiatrie auf Bewährung hat unter anderem eine kontrollierte regelmäßige Medikation zur Auflage. Mit Depot-Spritzen bleibt Michael S. laut Gericht friedlich und ist dann nicht gefährlich für die Allgemeinheit.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 23.06.2021 berichtet.

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