Marienhausklinik Ottweiler (Foto: Imago Images/Becker&Bredel)

Pflegerat stützt Marienhaus-Beschäftigte und entlassenen Direktor

Thomas Gerber   07.05.2020 | 07:45 Uhr

Der Landespflegerat (LPr) hat sich in der Diskussion um mutmaßliche Missstände an den Marienhauskliniken St. Wendel, Ottweiler und Neunkirchen vor die Beschäftigten der drei Kliniken als auch vor Ex-Pflegedirektor Lothar Schramm gestellt. Zugleich erinnerte der LPr an die Verantwortung der Geschäftsleitung.

In einer Pressemitteilung betont die Dachorganisation der Berufsverbände, man wolle sich zwar nicht in die Angelegenheiten eines Trägers einmischen, sehe allerdings die Notwendigkeit, die Interessen der Pflegenden zu vertreten. So könne es nicht sein, dass die Marienhaus-Gruppe den Personalschlüssel aus eigenem Ermessen ohne pflegerische Qualitätsansprüche durchsetzen wolle.

Zugleich nimmt der Landespflegerat auch den für die drei Kliniken zuständigen Pflegedirektor Lothar Schramm in Schutz, der Anfang der Woche überraschend entlassen worden war. Pflegedirektoren, so der LPr hätten nur eine sehr begrenzte Möglichkeit, die Vorgaben der Geschäftsführung zu umgehen. Es sei bedauerlich, dass der Träger einen langjährigen Mitarbeiter einer solchen öffentlichen Diskussion aussetze und ihn dann entlasse.

Anordnung kam von Führung

Im Landespflegerat ist neben zahlreichen Berufsverbänden auch der Verband der Pflegedirektoren an Unikliniken Mitglied. Die Anordnung, den Personalschlüssel in St. Wendel, Neunkirchen und Ottweiler zu verschlechtern, war vom Generalbevollmächtigten des Marienhauskonzerns, Thomas Wolfram, gekommen. Nach heftigen Protesten aus der Belegschaft und der Gewerkschaft Verdi wird diese Anordnung derzeit allerdings nicht umgesetzt.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 07.05.2020 berichtet.

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