Ein "Arztpraxis"-Schild hängt an einem älteren Haus. (Foto: dpa)

Die „Landarztquote“ soll kommen

  14.01.2020 | 16:55 Uhr

Die Landesregierung will die wohnortnahe hausärztliche Versorgung auch in Zukunft sicherstellen. Dazu hat der Ministerrat am Dienstag die Weichen für ein Landarztgesetz gestellt. Dazu gehört auch die sogenannte „Landarztquote“.

Am 12. Februar soll ein Gesetzentwurf zur medizinischen Versorgung in den Landtag eingebracht werden. Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) sagte, es sei zwar Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigung, die ambulante medizinische Versorgung sicherzustellen. „Dennoch unternehmen auch wir als Landesregierung alles, um die hausärztliche Versorgung auf dem Land langfristig zu sichern.“

Reservierte Plätze

Das Landarzt- und das Stipendienförderprogramm haben nach Ministeriumsangaben zwar zu ersten Erfolgen geführt, doch das reiche nicht aus. Deshalb soll es ab dem Wintersemester 2020/21 eine „Landarztquote“ geben. Das bedeutet, ein Teil der Humanmedizin-Studienplätze wird für Bewerber reserviert, die sich verpflichten, nach dem Studium für zehn Jahre als Hausarzt in unterversorgten und von Unterversorgung bedrohten ländlichen Regionen des Saarlands tätig zu sein. Wer sich nicht an diese Verpflichtung hält, muss 250.000 Euro Strafe zahlen.

Gibt es mehr Bewerber als Plätze, erfolgt für die angehenden Landärzte ein gesondertes Auswahlverfahren. Dabei werden die Durchschnittsnote des Abi-Zeugnisses, das Ergebnis eines speziellen Studierfähigkeitstests, Art und Dauer der Berufsausbildung, Berufs- oder praktische Tätigkeit und ein Auswahlgespräch berücksichtigt. Details zur Verpflichtung soll eine Rechtsverordnung regeln.

Viele Hausärzte gehen in Rente

Im Saarland sind derzeit nach Ministeriumsangaben 83 Hausarztstellen unbesetzt. Von den rund 660 niedergelassenen Hausärzten sind fast 38 Prozent älter als 60 Jahre, knapp 19 Prozent sogar älter als 65. 2019 gingen 23 Hausärzte in den Ruhestand, dagegen gab es aber nur 16 neue sogenannte Anerkennungen Allgemeinmedizin, die erteilt wurden – also eine abgeschlossene Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Im Saarland fingen im vergangenen Jahr 280 Humanmedizin-Studenten neu an.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 14.01.2020 berichtet.

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