Eine Frau zeigt eine Ampulle mit dem Impfstoff von Biontech Pfizer (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Michael Reichel)

KV hält Vorwürfe gegen Bachmann für falsch

Steffani Balle / Onlinefassung: Anne Staut   06.01.2022 | 12:01 Uhr

Die Kassenärztliche Vereinigung im Saarland hält den Vorwurf an Gesundheitsministerin Bachmann, sie horte Biontech-Impfdosen, für falsch. Das Ministerium habe den niedergelassenen Impf-Ärzten schon mehrfach mit Impfstoff ausgeholfen. Es gebe jedoch Lieferprobleme.

Die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) hatte am Donnerstag Vorwürfe zurückgewiesen, wonach das Saarland Impfdosen von Biontech bunkere. Auch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) glaubt nicht an die Vorwürfe. Das Ministerium habe den niedergelassenen Impf-Ärzten im Gegenteil schon mehrfach mit dem Impfstoff von Biontech ausgeholfen, bekräftigte der Impfkoordinator der KV, Joachim Meiser, auf SR-Nachfrage.

Video [aktueller bericht, 06.01.2022, Länge: 3:32 Min.]
Diskussion um Engpass bei Biontech-Impfstoff

Am Donnerstag habe die Ministerin 1800 Dosen an die Arztpraxen weitergeleitet. Diese sollten vornehmlich für das Boostern von 12- bis 17-Jährigen gebraucht werden. Der angeblich bald verfallende Vorrat sei komplett durch vorbestellte Patienten verplant.

Auch der Leiter des Impfzentrums Ost, Dr. Dirk Jesinghaus, hält es für ausgeschlossen, dass irgendwo ein ungenutztes Kontingent an Impfstoff im Land herumliegt. Er bekomme jeweils die Menge, die er für die terminierten Impfungen benötigt.

Fehler in der Lieferkette

Der Biontech-Mangel in den Arztpraxen komme durch Fehler in der Lieferkette, mutmaßt Joachim Meiser. Es könne nicht sein, dass eine Lieferung donnerstags zugesagt werde, die am Liefertag Dienstag dann gekürzt ankomme, so der KV-Vorsitzende. Das führe in den Arztpraxen zu andauerndem Ärger und Stress.

Zuletzt hatten die Arztpraxen nur jeweils einen geringen Teil der zugesagten wöchentlichen Liefer-Menge an Biontech-Impfstoff bekommen. Dennoch geht Meiser davon aus, dass die Booster-Kampagne planmäßig bis Ende des Monats abgeschlossen werden könne.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 06.01.2022 berichtet.

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