Ein Arzt impft einen Patienten gegen Grippe. (Foto: dpa/Kay Nietfeld)

Grippeimpfung in der Apotheke?

  13.01.2020 | 13:18 Uhr

Grippeimpfung in der Apotheke - das soll laut dem Gesetzgeber künftig möglich sein. Während die Apothekerkammer des Saarlandes dem Vorstoß aufgeschlossen gegenübersteht, reagiert die Kassenärztliche Vereinigung mit strikter Ablehnung. Impfen sei Aufgabe von Ärzten und müsse es auch bleiben.

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Zu wenige Menschen lassen sich gegen Grippe impfen. Laut Deutschem Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) haben 2018 nur 184 pro 1000 Versicherte die Grippeimpfung in Anspruch genommen. Für 70 Millionen gesetzlich Versicherte wurden demnach nur 13,4 Millionen Impfdosen (2018) verbraucht. Um künftig mehr Menschen zu erreichen hatte der Bundestag Ende des vergangenen Jahres im Zuge des Masernschutzgesetzes beschlossen, dass Grippeimpfungen in Modellversuchen auch von Apothekern durchgeführt werden dürfen.

"Der richtige Weg"

Die Apothekerkammer des Saarlandes steht dem Vorstoß aufgeschlossen gegenüber. „Wir wollen dazu beitragen, dass Menschen in Deutschland gegen Grippe geimpft werden. Apotheken sind niedrigschwellige Anlaufstellen für Millionen Menschen, die kompetente Gesundheitsberatung vor Ort suchen“, sagte Manfred Saar, Präsident der Apothekerkammer des Saarlandes. „Was in Amerika oder Frankreich möglich ist, könnte auch hierzulande funktionieren. Regionale Modellprojekte sind der richtige Weg, um auszuprobieren, ob und wie das Ziel erreicht werden kann, über Apotheken noch mehr Menschen mit der Impfung zu erreichen.“

KV übt Kritik

Ganz anders sieht das die Kassenärztliche Vereinigung im Saarland, die mit einer strikten Ablehnung reagierte. Impfen sei Aufgabe von Ärzten und müsse es auch bleiben. Gerade für Risikogruppen wie etwa Schwangere oder Menschen ab 60 Jahren sei es wichtig, Impfungen vom eigenen Arzt durchführen zu lassen. Zudem würden sich bei Impfungen in Apotheken Fragen nach Hygienebestimmungen, dem Datenschutz und der Privatsphäre von Patienten stellen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 13.01.2019 berichtet.

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