Leere Tische in einem Lokal (Foto: dpa/ Walter G. Allgöwer)

KV fordert Stilllegung des öffentlichen Lebens

Janek Böffel / Onlinefassung: Anne Staut   16.03.2020 | 16:42 Uhr

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) im Saarland fordert zur Eindämmung des Coronavirus noch weitreichendere Maßnahmen als bisher. Um die Verbreitung zu verlangsamen, soll ein zweiwöchiger Shutdown helfen.

KV-Vorstandschef Gunter Hauptmann drängt darauf, das öffentliche Leben nach dem Vorbild Österreichs für zwei Wochen komplett stillzulegen. So ließe sich die Ausbreitung des Virus verlangsamen. "Wir brauchen klare Ansagen", sagte Hauptmann im SR-Interview. Die Bevölkerung wisse derzeit nicht, wie sie sich verhalten solle. Es gebe große Unsicherheit, was zu tun sei. Durch klare Ansagen gebe es weniger Panik.

Kassenärztliche Vereinigung: "Wir brauchen einen Stop des öffentlichen Lebens"
Audio [SR 3, Interview: Karin Mayer, 16.03.2020, Länge: 03:40 Min.]
Kassenärztliche Vereinigung: "Wir brauchen einen Stop des öffentlichen Lebens"

In Österreich sind zurzeit Versammlungen von mehr als fünf Personen untersagt und alle Restaurants und Geschäfte geschlossen, bis auf Läden, die der Grundversorgung dienen.

Auch Innenminister Bouillon hatte am Montag für weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens plädiert.

Die Kassenärztliche Vereinigung appellierte außerdem an die Menschen im Saarland, nicht massenhaft die Coronavirus-Teststationen aufzusuchen.

Jost warnt vor Hamsterkäufen

Trotz der verschärften Maßnahmen warnt der saarländische Verbraucherminister Reinhold Jost die Saarländer vor Hamsterkäufen. Er erklärte, die Lebensmittelversorgung in Deutschland sei derzeit nicht gefährdet. Gleichzeitig warnte der Minister, andere nicht mit der eigenen Panik anzustecken.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 16.03.2020 berichtet.

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