Der Hauptangeklagte kommt in den Verhandlungssaal des Landgerichts Kaiserslautern.  (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Pool | Uwe Anspach)

Weiteres Verfahren gegen Angeklagten von Kusel

  28.09.2022 | 11:09 Uhr

Dem Hauptangeklagten im Kusel-Prozess steht nun auch eine Anklage wegen Jagdwilderei ins Haus. Auch weil einer der Entlastungszeugen seine Aussage zurückgenommen hat, hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ein fünf Jahre altes Verfahren wieder aufgenommen.

Während der 17. Verhandlungstag im Prozess um die tödlichen Schüsse auf zwei Polizisten bei Kusel ausfällt – der Hauptangeklagte hat sich mit Corona infiziert –, erwartet Andreas S. im Saarland ein weiteres Verfahren. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken teilte am Mittwoch mit, dass sie bereits am 19. August Anklage wegen Jagdwilderei, Verkehrsgefährdung, versuchter gefährlicher Körperverletzung und falscher Verdächtigung erhoben hat.

Verdacht der Jagdwilderei 2017

Dabei geht es um ein eigentlich schon eingestelltes Verfahren aus 2017. Im September dieses Jahres soll S. in einem Jagdrevier in der Nähe von Spiesen-Elversberg ohne Jagdberechtigung ein Reh geschossen haben. Ein Zeuge hatte das beobachtet und stellte sich S.‘ Wagen in den Weg. Um einer Entdeckung zu entgehen, soll S. – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft – auf den Zeugen zugefahren sein und dabei eine mögliche Kollision und Verletzungen billigend in Kauf genommen haben.

S. hatte 2017 zwei Alibi-Zeugen aufgeboten, die seinen Widerspruch gegen die Anschuldigungen bestätigten. Den Tatzeugen bezichtigte S. der Verleumdung. Das entsprechende Ermittlungsverfahren wurde jedoch später ebenfalls eingestellt.

Alibi-Zeuge zog Aussage zurück

Im Zuge der Ermittlungen und des Verfahrens rund um die Schüsse auf zwei ebenfalls aus dem Saarland stammende Polizisten am Landgericht Kaiserslautern hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken das Verfahren gegen S. nun jedoch wieder aufgenommen.

Einer der beiden Alibi-Zeugen hat außerdem seine früheren, entlastenden Aussagen zurückgenommen. Nach einer Neubewertung der Beweislage wurde Anklage erhoben. S. hat sich zu den Vorwürfen aktuell nicht mehr geäußert.

Die Staatsanwaltschaft weist darauf hin, dass das jetzt laufende Verfahren, das am Amtsgericht Neunkirchen verhandelt werden wird, allein den Vorfall im September 2017 betrifft. Wegen möglicher weiterer Fälle von Jagdwilderei liefen gesonderte Ermittlungen, die noch nicht abgeschlossen seien.

Ein Datum für das Neunkircher Verfahren ist noch nicht bekannt. Der Prozess um die tödlichen Schüsse vor dem Landgericht Kaiserslautern kann frühestens am 19. Oktober fortgesetzt werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 28.09.2022 berichtet.

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