Hund mit Polizeimütze (Foto: dpa)

Ein Rasenmäher-Kart, eine Gummipuppen-Leiche und tierische Einbrecher

Sandra Schick   28.12.2019 | 17:54 Uhr

Grashüpfer und Fledermäuse, die Angst und Schrecken verbreiten, ein rasantes Rasenmäher-Kart, eine Gummipuppen-Leiche, gestohlene Schoko-Weihnachtsmänner und Pilze aus der Pfalz: Auch in diesem Jahr hatte die saarländische Polizei einige eher kuriose Einsätze.

18-Jähriger auf Spritztour mit einem Rasenmäher-Kart

Ende Februar unternahm ein 18-Jähriger aus Weiskirchen eine ausgedehnte Spritztour mit Folgen. Mit einem selbstgebauten Rennkart war er in Losheim unterwegs. Mit seinem Rasenmähermotor brachte es das Kart nach Polizeiangaben auf rund 80 Stundenkilometer. Zwei Zeugen meldeten der Polizei das ungewöhnliche Gefährt. Bis zum Eintreffen der Beamten verfolgten sie das Kart bis nach Rappweiler. Dort versuchte sich der Fahrer in einem fremden Carport zu verstecken, wo ihn die Polizei stellen konnten. Das Karte wurde beschlagnahmt.

Vermeintliche Leiche entpuppt sich als Silikonpuppe

Gummi-Puppe (Foto: Polizeiinspektion St. Wendel)
Gefundene Gummi-Puppe

Anfang Februar hat eine achtlos weggeworfene Silikonpuppe bei Freisen einer Frau aus Rheinland-Pfalz einen gehörigen Schrecken eingejagt. Am Rande des A62-Rastplatzes am Freisener Kreuz hatte die Frau in der Dunkelheit die lebensecht gestaltete Gummipuppe entdeckt und für eine Frauenleiche gehalten. Erst bei genauem Hinsehen entpuppte sich der Fund als in Größe und Gewicht lebensecht gestaltete Kunststofffigur. Die alarmierte Polizei mutmaßte, dass hier ein Mann einfach seiner Gummi-Freundin überdrüssig geworden war. Die Puppe wurde auf einem Wertstoffhof entsorgt.

Zu viele Action-Filme geschaut

Ein anderer Fall von jugendlichem Leichtsinn beschäftigte die Polizei Mitte Februar in Saarbrücken. An einer Ampel auf der Wilhelm-Heinrich-Brücke waren zwei Fahrzeuge nebeneinander zum Stehen gekommen. Plötzlich öffnete sich die hintere Seitenscheibe des einen Pkws und einer der Insassen richtete die Pistole auf den Fahrer und den Beifahrer des anderen Wagens. Doch die beiden waren Polizeibeamte in Zivil. Sie zeigten sich nervenstark und taten es ihm gleich, indem sie ihre Dienstwaffen zogen. Anschließend konnten sie den 18-Jährigen überwältigen und entwaffnen. Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei der Pistole des Mannes um eine Softair-Waffe, die von einer echten Pistole auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden war.

Drum prüfe, wessen Identität du verwendest

Am Bahnhof in Neunkirchen kontrollierten Bundespolizisten an einem Samstag im Februar einen 26-Jährigen. Er gab allerdings nicht seine echte Identität an, sondern die eines anderen Mannes. Der Grund dafür war einfach: Er selbst wurde mit Haftbefehl gesucht. Dummerweise lag gegen den Mann, der er vorgab zu sein, ebenfalls ein Haftbefehl vor, so dass der Schwindel schnell aufflog. Gesucht wurden beide Männer wegen schweren Diebstahls und Raubes.

Saarländer klauen Pfälzern die Pilze

84 Kilo Pilze im Pfälzerwald gesammelt (Foto: Polizeipräsidium Westpfalz)
84 Kilo Pilze im Pfälzerwald gesammelt

Ende Oktober hatte es die Polizei in Rheinland-Pfalz mit drei sehr emsigen Pilzsammlern aus dem Saarland zu tun. Zeugen hatten der Polizei gemeldet, dass drei Männer in der Nähe der Autobahnauffahrt in Sembach Pilze sammeln würden. Das Fahrzeug hatten die Pilzsammler - wenig geschickt - in einer unübersichtlichen Kurve der Autobahnauffahrt abgestellt. Bei der Kontrolle fanden die Polizisten im Kofferraum des Fahrzeugs insgesamt 84 Kilogramm Speise-Pilze. Die drei Sammler gaben an, sie hätten eine Großfamilie und würden für den Eigenbedarf sammeln. Die Beamten hielten dies angesichts der Menge jedoch für wenig glaubwürdig.

Hose aus dem Fenster geworfen - Auto beschädigt

Ein 78-jähriger Mann und seine 71 Jahre alte Ehefrau feierten an einem Samstagabend im August in Schiffweiler in einem Hotel-Restaurant. Im Hotelzimmer kam es anschließend zum Streit. Im Verlauf des Streites warf die erboste Frau eine Bettdecke sowie die Hose ihres Mannes aus dem offenen Fenster. Dadurch wurde ein vor dem Fenster geparktes Fahrzeug leicht beschädigt. Nachdem schließlich mehrere Gäste die Polizei alarmierten, konnten die eingetroffenen Beamten die Situation beruhigen. Die Eheleute verbrachten die Nacht in getrennten Zimmern.

Fledermaus löst Einbruchsalarm aus

Wegen eines mutmaßlichen Einbruchs ist in einer Julinacht ein Streifenkommando der Polizei in Völklingen ausgerückt. Eine 74-Jährige hatte zuvor die Polizei alarmiert, weil in ihrem Haus der Einbruchsalarm ausgelöst worden war. Sie hielt sich bis zum Eintreffen der Beamten im Schlafzimmer versteckt. Allerdings war kein Einbrecher am Werk gewesen, sondern lediglich eine verirrte Fledermaus. Nach Polizeiangaben blieb es aber rätselhaft, wie das Tier in die Wohnung der Frau gelangt war.

Grashüpfer verbreitet Angst und Schrecken

Mit einer etwas außergewöhnlichen Bitte wandte sich ein blindes Ehepaar aus Saarbrücken an einem Sonntagmorgen im August an die Polizei in Burbach. In ihre Wohnung war ein etwa zwölf Zentimeter großer Grashüpfer eingedrungen und hatte die 49-jährige Bewohnerin in Angst und Schrecken versetzt. Den Beamten gelang es schließlich, den ungebetenen Gast mittels eines Staubwedels aus der Wohnung zu befördern.

Ich fahr dich nach Hause - und dein Auto gehört mir

Richtig dumm gelaufen ist es für einen 48-jährigen Mann aus Saarlouis. Nach einem Abend in einer Kneipe war er so alkoholisiert, dass er einem flüchtigen Bekannten seine Autoschlüssel gab, damit dieser ihn nach Hause fährt. Das tat der Mann dann auch. Als der Besitzer seinen Mercedes CLS fünf Tage später wieder abholen wollte, erwartete ihn eine unangenehme Überraschung: Die Kneipenbekanntschaft wollte das Auto nicht zurückgeben. Wie sich herausstellte, hatte die Frau des Beschuldigten den Mercedes schon einen Tag nach dem Vorfall auf sich umgemeldet. Dummerweise hatten Zulassung und Fahrzeugbrief im Auto gelegen. Als Grund gab das Paar an, dass der Fahrzeugbesitzer Schulden bei ihnen habe. Inzwischen ist das Fahrzeug wieder bei seinem rechtmäßigen Besitzer und die Schulden wurden bezahlt.

Vorgartenbusch ausgegraben

Ein eher ungewöhnlicher Diebstahl ereignete sich in der Nacht vom 2. auf den 3. Dezember. Im Vorgarten eines Anwesens in der Hangarder Straße in Oberbexbach wurde ein Zierbusch aus einem Vorgarten ausgegraben und entwendet.

Große Gier nach Schoko-Weihnachtsmännern

Zwei 25 und 26 Jahre alte Französinnen fielen Anfang Dezember mit einer ungewöhnlichen Diebestour in Merzig auf. In einem Kaufhaus steckten sie sich reihenweise schokoladige Weihnachtsartikel unter ihre Kleidung. Die Frauen versuchten zunächst, mit einem Kleinwagen zu fliehen, wurden aber nur wenige hundert Meter weiter von der Polizei angehalten. Die Beamten fanden im Fahrzeug rund 163 Weihnachtsartikel, darunter 75 Schokoladen-Weihnachtsmänner.

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