Eine Quitscheente im Polizeikostüm (Foto: picture alliance/dpa | Sina Schuldt)

Das sind die kuriosesten Polizeieinsätze 2020

  31.12.2020 | 09:36 Uhr

Ein Neunjähriger allein im Elektroladen, ein eingesperrter Taubenzüchter und Beamte auf Kaninchenjagd – auch in diesem Jahr gab es für die Polizei im Saarland trotz Pandemie zahlreiche kuriose Einsätze. Wir stellen die bemerkenswertesten vor.

Einmal allein nachts im Computerladen bleiben und zocken – das wäre für einen Jungen im Januar in Saarbrücken-Burbach fast Wirklichkeit geworden – aber eben nur fast. Beim Videospielen hatte er offenbar die Zeit vergessen – und war von den Angestellten übersehen worden. Als die abends das Licht ausschalteten und die Alarmanlage scharf schalteten, löste der Junge die Anlage aus.

Ausgesperrt auf dem Balkon

Nicht ein-, sondern ausgesperrt war ein Vater aus St. Ingbert im März. Der Mann war auf den Balkon gegangen und hatte die Tür hinter sich zugezogen. Das Problem: Der einjährige Sohn war hinter ihm und verschloss die Balkontür von innen. Die Feuerwehr musste den Mann aus seiner misslichen Lage befreien.

Stich mit Folgen

Welche Folgen ein simpler Insektenstich haben kann, erfuhr eine 22 Jahre alte Frau im August bei St. Wendel. Infolge eines Stiches verlor sie die Kontrolle über ihr Auto und fuhr auf der Landesstraße 131 in Richtung Werschweiler nach rechts in einen abschüssigen Straßengraben. Dort kam das Auto im angrenzenden Bewuchs zum Stillstand. Die Fahrerin blieb zum Glück unverletzt.

Flinke Langohren

Ende Juli ging bei der Polizei Homburg ein ebenfalls nicht alltäglicher Hilferuf ein. Ein Mann aus der Kirkeler Altstadt konnte sich, weil er in der Homburger Uniklinik lag, nicht um seine 25 Kaninchen kümmern. Wegen der hohen Temperaturen bestand Gefahr für die Tiere. Als die Beamten dann zusammen mit dem Homburger Tierheim anrückten, stellte sich heraus, dass aus den 25 inzwischen 38 Kaninchen geworden waren. Zehn von ihnen flitzten frei herum und mussten von Hand eingefangen werden. Das Tierheim nahm die flinken Langohren in seine Obhut.

Falsches Grundstück gepflegt

Der Eigentümer eines Gartengrundstücks auf dem Güdinger Berg rief im Juli die Polizei, weil er Einbrecher in seinem Wochenendhaus vermutete. Er sei seit einiger Zeit nicht mehr auf dem Grundstück gewesen und habe festgestellt, dass das Schloss für das Eingangstor getauscht worden sei. Was aber zunächst wie ein Einbruch aussah, stellte sich als kuriose Verwechslung heraus.

Eine 53-jährige Saarbrückerin dachte, sie hätte das Grundstück von einer Maklerin gekauft. Sie hatte das Gartenhaus bezogen, die Schlösser ausgetauscht und angefangen, das Haus umzubauen. Ihre Kinder zelteten draußen. Tatsächlich hatte sie vermutlich das Nachbargrundstück gekauft.

Auf Wildschweinjagd

Wilde Verfolgungsjagden mit Wildschweinen können sich nicht nur Asterix und Obelix liefern. Mitte Januar sorgte auch ein Keiler auf der Gersweilerstraße in Alt-Saarbrücken für Aktion. Das Tier hatte dort mehrere Fahrzeuge beschädigt. Trotz groß angelegter Fahndung konnte das Wildschwein zunächst nicht gefunden werden. Der Keiler legte eine Flucht über die Heuduckstraße, die A620 und den Saarleinpfad hin, von wo aus er in die Saar sprang und erneut zurück auf die Autobahn lief. Schließlich verschwand er im Wohngebiet Ottenhauser Berg – ohne „geschnappt“ zu werden.

Schlechtes Versteck

Ein denkbar schlechtes Versteck hatte sich im Februar ein Einbrecher in Sulzbach ausgesucht. Zuerst hatte der 35-Jährige noch versucht, zu Fuß zu flüchten. Dann sah er jedoch die alarmierten Beamten, machte kehrt – und suchte sein Heil im Kleiderschrank. Laut Polizei wollte er aus dem Haus mehrere Armbanduhren mitgehen lassen.

Fesselnde Bachelorarbeit

Mitte Januar ging bei der Völklinger Polizei die Meldung ein, dass vier Männer im Bereich „Alte Haller“ eine gefesselte Person aus dem Kofferraum eines Autos gezogen und in die nahegelegenen Grünanlagen getragen hätten. Was zunächst nach einer Entführung aussah, entpuppte sich jedoch schnell als Krimi, der für eine Bachelorarbeit gedreht wurde. Die Protagonisten, alle im 70er-Jahre-Stil gekleidet, wollten den Gefesselten an der Statue am Saarleinpfad „vernehmen“.

Streit ums Essen

Essen ist Geschmackssache. Dass es darüber zu einem Polizeieinsatz kommt, passiert nicht alle Tage. In Überherrn wurden die Beamten Mitte Februar hinzugerufen, als sich ein Restaurantgast mit dem Koch eben darum stritt. Der Koch nahm nach Aussage des Gastes ein Messer und versuchte, ihn anzugreifen. Anschließend kam es zum Gerangel, wobei beide leichte Verletzungen erlitten.

Batterien gestohlen

Am frühen Morgen des 29. Juli informierte ein Bürger die Völklinger Polizei darüber, dass die Baustellenampel an der Gerhardstraße nicht mehr funktionierte. Was war passiert? Ein Unbekannter hatte die beiden Batteriekästen der Ampelanlage aufgebrochen und die Batterien gestohlen. Weil er dabei auch ein Kabel durchtrennte, entstand ein Kurzschluss. Der Schaden: 2500 Euro.

Gefangen im Taubenschlag

Zu einer ungewöhnlichen Befreiungsmission wurde einen Tag davor die Polizei nach Theley gerufen. Der Fahrer eines speziell dafür eingerichteten Lkw wollte seine Brieftauben außerhalb des Ortes starten lassen. Durch einen Windstoß schlug aber die Tür zur Ladefläche zu, der Mann war im Inneren gefangen. Über Handy rief er die Beamten der Polizei St. Wendel herbei, die ihn aus seiner misslichen Lage befreiten.

Getankt auf Probefahrt

„Ich habe einen Unfall gebaut.“ Mit diesen Worten informierte ein 34 Jahre alter Kfz-Mechaniker Mitte Juli die Polizei in Bous. Der Mann hatte mit dem schwarzen Pkw eines Kunden samt Anhänger eine Probefahrt gemacht und dabei zwei parkende Autos beschädigt, eins davon auf einem Tankstellengelände. Als die Beamten am Unfallort eintrafen, stellten sie fest, dass der 34-Jährige stark alkoholisiert war – und darüber hinaus keinen gültigen Führerschein hatte. 

Linienbus gestohlen

Ende Juni teilte ein Busfahrer der Polizei mit, dass sein im Lockweiler Industriegebiet abgestellter Linienbus verschwunden war. Die Beamten entdeckten den Bus später mit laufendem Motor im Stadtbereich von Wadern, aufgebrochen und kurzgeschlossen. Im Inneren war ein Feuerlöscher ausgeleert worden. Während der Spurensicherung fiel ihnen ein polizeibekannter 21-Jähriger in der näheren Umgebung auf, der noch Reste des Löschpulvers an der Kleidung hatte. Der unter Drogen stehende Mann verstrickte sich bei der Befragung in Widersprüche.

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