Foto: MAGO / Becker&Bredel

Künstler Seiji Kimoto verstorben

mit Informationen von Barbara Grech   27.04.2022 | 18:00 Uhr

Der Bildhauer Seiji Kimoto ist in der Nacht zu Mittwoch verstorben. Der japanische Künstler hatte die vergangenen Jahrzehnte im Saarland gelebt und gearbeitet.

Mit 85 Jahren ist der japanisch-saarländische Künstler Seiji Kimoto gestorben. Kimoto, der in Wiebelskirchen gearbeitet und gelebt hat, kam Ende der 1960er Jahre ins Saarland. Er studierte an der staatlichen Werkkunst-Schule in Saarbrücken, bei Boris Kleint.

Als Kalligraph, aber vor allem als Bildhauer, machte er sich international einen Namen – besonders als Künstler der Erinnerungskultur mit Plastiken und Skulpturen wie in den KZ-Gedenkstätten Natzweiler-Struthof oder Mauthausen.

Video [aktueller bericht, 29.04.2022, Länge: 2:46 Min.]
Nachruf auf Seiji Kimoto

Kritischer Umgang mit der Geschichte

Auch im Saarland schaffte er Werke wie die Großplastik, das Mahnmal der Zwangsarbeiterinnen im Hüttenpark Neunkirchen, oder die Wandgestaltung im saarländischen Landtag: Macht und Ohnmacht.

Neben den Werken im öffentlichen Raum wurden seine Kunstwerke in zahlreichen Ausstellungen in der Region und darüber hinaus gezeigt. Seiji Kimoto war auch Gründungsmitglied des saarländischen Künstlerhauses.

Sein Werk steht für einen kritischen, menschlichen Umgang mit der Geschichte und hatte sich nie an aktuellen Kunst-Strömungen orientiert.

Reaktionen aus der Politik

„Wir verlieren mit Seiji Kimoto einen einzigartigen Künstler und eine absolute Ausnahmeerscheinung der saarländischen Kunstszene“, sagte Kulturministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) zum Tod Kimotos. Er sei ein "beeindruckendes Beispiel" der Erinnerungskultur gewesen.

Auch der Neunkircher Oberbürgermeister Jörg Aumann (SPD) zeigte sich betroffen: Mit Seiji Kimoto habe die Stadt einen ihrer begabtesten und wichtigsten Künstler verloren. Aumann habe ihn auch persönlich geschätzt: "Sein Tod ist auch menschlich ein herber Verlust. In Gedanken bin ich bei seinen Angehörigen“, so Aumann.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 27.04.2022 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja