Eine medizinische Fachkraft hält im Impfzentrum Ampullen mit den Impfstoffen der Hersteller Moderna (links) und Biontech. (Foto: picture alliance/dpa | Stefan Puchner)

Saarland kritisiert geplante Biontech-Impfstoff-Deckelung

Janek Böffel / Onlinefassung: Axel Wagner   19.11.2021 | 16:45 Uhr

Offenbar sollen Biontech-Impfstoff-Lieferungen an die Hausärzte ab übernächster Woche auf 30 Dosen pro Woche begrenzt werden. Das geht aus einem Schreiben des Bundesgesundheitsministeriums hervor, das dem SR vorliegt. Das saarländische Gesundheitsministerium fordert, diese Deckelung zu verschieben.

Das Bundesgesundheitsministerium plant, die Wochenrationen von Biontech für Hausärzte ab übernächster Woche auf 30 Dosen zu reduzieren. Einzig für Moderna soll es keine Obergrenzen geben. Laut einem Schreiben aus dem Ministerium ist das auch mit dem drohenden Verfall von Moderna-Dosen begründet.

Würden die nicht verimpft, würden sie Ende des ersten Quartals 2022 verfallen. Derzeit wären aber rund 90 Prozent der bestellten Dosen für den Biontech-Impfstoff – deshalb nun die Begrenzung.

Kolling warnt vor Frust und Ärger

Daran entzündet sich Kritik aus dem Saarland. Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling warnt in einem Schreiben, das dem SR vorliegt, vor Frust und Ärger, den diese Entscheidung hervorrufe. Die Hausärzte im Saarland, die eine stark steigende Nachfrage verzeichnen, hätten im Schnitt 100 Termine pro Woche. Da würden 30 Dosen nicht reichen.

Eine Umstellung auf Moderna müsse vorbereitet werden, organisatorisch und kommunikativ, so Kolling. Deshalb fordert er, die Deckelung zu verschieben.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 19.11.2021 berichtet.

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