Wurde die Feuerwehr beim Lautenbacher Großbrand zu spät alarmiert?

Nach dem Flächenbrand im Ottweiler Ortsteil Lautenbach und dem pfälzischen Breitenbach im August vergangenen Jahres gibt es Kritik an der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Alarmkette. Der Lautenbacher Löschbezirksführer sagt, die saarländischen Kräfte seien zu spät alarmiert worden.

Im August 2022 hat es an der Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und dem Saarland bei Ottweiler einen großflächigen Wiesenbrand gegeben. Anwohner waren dazu aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen. Nur mit einem Großaufgebot konnte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle bringen, bevor er Wohnhäuser erreicht hätte.

"Die Alarmierung kam viel zu spät"

Kritik an Saarbrücker Leitstelle

Nun gibt es Kritik an dem Ablauf des Feuerwehreinsatzes, bei dem die Wehren zweier Bundesländer beteiligt waren. Das hatte die Rheinpfalz berichtet. Der Lautenbacher Löschbezirksführer Tim Becker sagte dem SR, saarländische Einsatzkräfte seien zu spät hinzugezogen worden. Es habe etwa 20 Minuten Verzögerung beim Ausrücken gegeben.

Die Leitstelle Saarbrücken habe die Einsatzkräfte zu spät alarmiert und mehrere Notrufe nicht ernst genommen, so seine Kritik.

Leitstelle weist Kritik von sich

Die Leitstelle weist die Vorwürfe von sich: Weil das Feuer auf der rheinland-pfälzischen Seite ausgebrochen war, sei die Leitstelle Kaiserslautern zuständig gewesen. Dem Brandschutzgesetz nach wäre es unzulässig gewesen, einfach Wehren ins benachbarte Bundesland zu schicken.

Erst wenn das Feuer das Saarland erreicht, könne die Leitstelle Saarbrücken die saarländischen Wehrkräfte alarmieren. Dafür habe es jedoch keine konkreten Hinweise gegeben. Erst nach einem Anruf, der den Brand auf saarländischem Gebiet bestätigte, und nachdem die Aufforderung der Leitstelle Kaiserslautern kam, seien die saarländischen Feuerwehren alarmiert worden.

In Lautenbach selbst hatten einige Einsatzkräfte der Feuerwehr den Brand zwar schon bemerkt und hätten rechtlich gesehen auch eingreifen können. Aber ihnen fehlte die Unterstützung durch Wehrkräfte aus den eigenen Reihen, die durch eine Alarmierung per Leitstelle über ihren Pager informiert worden wären.

Mehrere Feuerwehrkräfte verletzt

Insgesamt waren bei dem Großbrand damals allein auf saarländischer Seite an die 300 Einsatzkräfte im Einsatz gewesen. Gut 20 Hektar Wiesen waren betroffen. Bei dem Einsatz wurden mehrere Feuerwehrkräfte verletzt und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 25.01.2023 berichtet.

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