Ein Einbrecher hebelt eine Tür auf (Foto: dpa/Silas Stein)

Mehr Einbrüche, weniger Gewaltdelikte

  29.03.2019 | 13:18 Uhr

Im vergangenen Jahr hat die Polizei wieder deutlich mehr Wohnungseinbrüche im Saarland registriert als 2017. Einen leichten Rückgang gab es bei Gewalt- und Körperverletzungsdelikten sowie der Straßenkriminalität.

Die Zahl der polizeilich registrierten Wohnungseinbrüche ist im Jahr 2018 um 23 Prozent auf 1716 Fälle angestiegen. Das sind zwar immer noch weniger als vor drei oder vier Jahren - aber erstmals zeigt der Trend wieder deutlich nach oben.

Einbrecher scheitern in der Hälfte aller Fälle

Das Innenministerium begründet das unter anderem mit Zahlenüberträgen aus dem Vorjahr und einer geänderten Ausrichtung bei der Bekämpfung. Erfreulich sei aber, dass die Täter immer häufiger unverrichteter Dinge abziehen müssten. Erstmals seit 20 Jahren sei es in mehr als der Hälfte der Fälle beim erfolgslosen Einbruchsversuch geblieben.

Video [aktueller bericht, 01.04.2019, Länge: 3:04 Min.]
Diskussion um saarländische Kriminalitätsstatistiken

Cyberkriminalität nimmt zu

Einen deutlichen Anstieg gab es auch im Bereich Cybercrime. Hier wurden im vergangenen Jahr 4716 Fälle erfasst, 466 mehr als ein Jahr zuvor. Das Ministerium rechnet mit weiter steigenden Fallzahlen. In immer kürzeren Intervallen würden neue Kriminalitätsphänomene im Netz auftreten.

Gewaltdelikte gehen leicht zurück

Einen leichten Rückgang gab es bei der Gewaltkriminalität, also Straftaten wie Mord, Totschlag, Raub oder schwere Körperverletzung. Hier sanken die Zahlen auf 2497 erfasste Fälle und bewegen sich damit auf dem Niveau der Jahre 2013 und 2014. Auch die Zahl der Taschendiebstähle, Diebstähle aus Autos und die erfassten Rauschgiftdelikte sind leicht gesunken.

Insgesamt hat die Polizei im Saarland knapp 71.000 Fälle registriert - und damit ähnlich viele wie im Jahr 2017. Auch die Aufklärungsquote hat sich nach Angaben des Innenministeriums nur geringfügig verändert.

Saar-FDP-Chef Oliver Luksic hat Innenminister Klaus Bouillon (CDU) angesichts der Zunahme von Wohnungseinbrüchen zum Handeln aufgefordert. Die Entwicklung entgegen dem Bundestrend sei inakzeptabel. Luksic sagte, ein Einbruchsradar sorge für mehr Transparenz und Wachsamkeit. Stattgefundene Einbrüche sollten im Netz unter Beachtung des Datenschutzes der Betroffenen dokumentiert werden. Zudem sollte die Polizei mit modernster Technik ausgestattet und die Zusammenarbeit mit anderen Behörden länderübergreifend optimiert werden. Darüber hinaus fordert Luksic mehr Polizisten

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten des SR vom 29.03.2019 berichtet.

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