Erster Weltkrieg - deutsche Kriegsgefangene (Foto: dpa)

Kriegsgefangene an der Saar

Michael Schmitt/red  

Wenn Kriegsgefangene in die Saarregion gebracht wurden, mussten sie im Bergbau, in der Metallindustrie und in der Land- und Forstwirtschaft arbeiten. Die Arbeit sollte der "Untätigkeit entgegensteuern".

Nach der Haager Landkriegsordnung von 1907 konnten Kriegsgefangene zu Arbeiten eingesetzt werden, die nicht unmittelbar dem Krieg dienten. 1914 wurden zudem "Allgemeine Grundsätze" erlassen.

Diese Grundsätze zur Arbeit von Kriegsgefangenen sahen vor, dass die Arbeit dem "schlechten Einfluss der Untätigkeit" gegensteuern und die "nutzlose Ernährung durch den Staat" verhindern solle. Die Kriegsgefangenen kamen im Bergbau, in der Metallindustrie und in der Land- und Forstwirtschaft zum Einsatz. Genaue Zahlen über die Zahl der Arbeiter in  der Saarregion gibt es nicht.

Kriegsgefangene im Saar-Bergbau       

In der Kokerei Heinitz nahmen im März 1915 die ersten 50 Kriegsgefangenen aus Russland ihre Arbeit auf. Der Höchststand in den Saargruben war Ende 1916 mit ca.6500 Kriegsgefangenen erreicht. Danach pendelte er in den preußischen  Gruben an der Saar zwischen 4500 und  5500 Mann. Die Kriegsgefangenen erhielten für ihre Arbeit einen Lohn, der aber unter dem der freien Arbeiter lag.

Zudem bekamen sie nur einen kleinen Teil ausgezahlt, der Rest wurde für Unterkunft und Nahrung abgezogen. Dennoch war die Situation besser als bei den Zwangsarbeitern im Zweiten Weltkrieg. 

Lebensmittel werden knapp

Ab 1915 setzte eine Verknappung der Lebensmittel ein. Dies machte vor allem den schwer arbeitenden Bevölkerungsteilen, wie den Bergleuten, zu schaffen. Ihre Leistungsfähigkeit ließ nach. Zudem kämpften sie ständig um eine ausreichende Zuteilung von Lebensmitteln. Zulagen für Schwer- und Schwerstarbeiter führten aber zu sozialen Problemen wie Neid von anderen Kollegen.        

Anfang 1916 wurde eine "Lebensmittelbezugsstelle der Bergwerksdirektion" ge-gründet. Bergleute konnten hier Lebensmittel zukaufen. Auch waren viele Bergleute Landwirte und Selbstversorger.

Land & Leute
Militarisierung an der Saar
Schon lange Zeit bevor der Erste Weltkrieg begann, waren preußische Truppen im Saarrevier stationiert, obwohl eine große Ablehnung gegen sie herrschte. Aber Offiziere und andere militärische Würdenträger gehörten trotzdem bald zum alltäglichen Bild der Saarbrücker.

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