Eine junge Frau bedient ihr Smartphone (Foto: picture alliance/dpa | Weronika Peneshko)

Vorsicht bei Social-Media-Inhalten zum Ukraine-Krieg

  07.03.2022 | 10:45 Uhr

In sozialen Medien gibt es unzählige Informationen und Bilder zum Krieg in der Ukraine. Darunter sind neben verifizierbaren Inhalten auch Desinformationen und Fälschungen. Manche lassen sich aber entlarven.

Durch die weite Verbreitung von Smartphones und durch soziale Netzwerke kann der Krieg in der Ukraine auch abseits offizieller Quellen dokumentiert werden. Die Technologien eröffnen auch Möglichkeiten für Manipulationsversuche, etwa durch gefälschte Bilder.

"Viele Menschen suchen schnell nach Informationen und Erklärungen", sagt Patrick Gensing, Redakteur beim ARD-Faktenfinder. "Dies ist eine gute Gelegenheit für die Urheber von irreführenden Inhalten, um die öffentlichen Diskussionen zu manipulieren und zu beeinflussen." Desinformation käme beispielsweise von Menschen, die bereits in der Corona-Pandemie Verschwörungslegenden verbreitet hätten.

Informationskrieg im Netz
Audio [SR 3, Interview: Frank Hofmann / Florian Fade, 10.03.2022, Länge: 04:07 Min.]
Informationskrieg im Netz

Vorsicht bei der Weiterverbreitung geboten

Doch Nutzer sozialer Medien könnten auch unabsichtlich Falschinformationen verbreiten. Denn sie fänden dort oft nicht nur passiv Informationen, sondern würden auch zu Absendern, wenn sie Meldungen oder Bilder veröffentlichen oder teilen. "Daher ist es wichtig, erst nachzudenken und dann erst Inhalte weiterzuverbreiten", sagt Gensing.

Wie Fälschungen entlarvt werden können

Mögliche rechtliche Konsequenzen

Wer bei der Verbreitung von gefälschten Nachrichten mithilft, spielt zumindest den Propagandisten und Medienaktivisten in die Hände, die Desinformationen streuen wollen. Drohen dabei auch rechtliche Konsequenzen?

Gensing weist zumindest darauf hin, dass Personen, über die falsche Tatsachenbehauptungen aufgestellt werden, juristisch gegen solche Behauptungen vorgehen können. Das sei aber oft sehr aufwendig. Darüber hinaus gelte der Pressekodex für die Arbeit von Medien.

Teilen von Gewaltvideos strafbar

Die saarländische Polizei hat bei Twitter zudem darauf hingewiesen, dass das Teilen von Gewaltvideos strafbar ist. Die Polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt, Gewaltdarstellungen wie etwa Bilder von Misshandlungen, Verletzten oder Toten zu melden.

Dafür sollten zunächst Beweise gesichert werden wie zum Beispiel die URL, unter der die verbotenen Inhalte gefunden wurden. Die Hinweise können dann an die Polizei sowie an die Internetbeschwerdestelle oder jugendschutz.net weitergegeben werden. Eine Meldefunktion gibt es in der Regel auch bei sozialen Netzwerken und Messengerdiensten.

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