Ein Mädchen wird von einer Zahnärztin behandelt. (Foto: dpa/Patrick Pleul)

Viele Kinder im Saarland von Kreidezähnen betroffen

  02.01.2021 | 08:39 Uhr

Rund 230.000 Kinder zwischen sechs und neun Jahren sind bundesweit wegen zu weichem Zahnschmelz in Behandlung. Dabei gibt es regional große Unterschiede. Im Saarland treten die sogenannten Kreidezähne etwa fast doppelt so häufig auf wie in anderen Bundesländern.

Mindestens acht Prozent aller Kinder zwischen sechs und neun Jahren sind in Deutschland an Kreidezähnen erkrankt. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Krankenkasse Barmer. Die Schmelzbildungsstörung tritt demnach meistens an den ersten bleibenden Backenzähnen auf, häufig auch an den bleibenden Frontzähnen. In manchen Fällen können auch bereits Milchzähne betroffen sein.

Das Problem der Krankheit, die auch Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation genannt wird, ist, dass die Zähne besonders kariesanfällig sind. Ohne Behandlung können die Zähne außerdem schneller porös werden, einzelne Stücke können abbrechen. Teilweise müssten Kreidezähne ein Leben lang behandelt werden, so die Krankenkasse. Dass so viele Kinder von der Krankheit betroffen seien, sei ein "alarmierender Befund".

Ursache unklar

Wie Kreidezähne entstehen, ist derzeit noch unklar. Es gibt Vermutungen, wonach Mikroplastik in Spielzeugen und kosmetischen Produkten, Kunststoffweichmacher wie Bisphenol A, die Einnahme von Antibiotika oder auch Erkrankungen wie Windpocken als Ursachen in Frage kommen könnten.

Unklar ist ebenfalls, warum die Kreidezähne in manchen Bundesländern häufiger auftreten als in anderen. So haben im Saarland etwa 9,3 Prozent der Sechs- bis Neunjährigen Kreidezähne. Mehr Fälle gibt es nur in Nordrhein-Westfalen mit einer Quote von 10,2 Prozent. Den kleinsten Anteil hat Hamburg mit 5,5 Prozent.

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