Stifte liegen auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen für Arbeitnehmer. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner)

Saarländer melden sich öfter krank als andere Beschäftigte

  27.07.2022 | 11:47 Uhr

2021 waren Saarländer häufiger krank als andere Beschäftigte im Bundesschnitt. Probleme machen vor allem Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie etwa Rückenschmerzen, aber auch psychische Leiden. Saarlandweiter Spitzenreiter ist der Saarpfalz-Kreis.

Rund 20,4 Tage meldeten sich Saarländerinnen und Saarländer im Schnitt im Jahr 2021 krank und damit rund drei Tage mehr als im Bund mit 17,5 Arbeitsunfähigkeitstagen. Das geht aus einer Auswertung der Barmer-Krankenkasse hervor. Im Saarland sind rund 52.000 Personen bei der Krankenkasse versichert.

Saarpfalz-Kreis am stärksten betroffen

Besonders viele Krankmeldungen gab es landesweit im Saarpfalz-Kreis. Hier fehlten die Beschäftigten im Schnitt rund 21,7 Tage. Hauptursache waren nach Angaben der Barmer psychische Erkrankungen. Sie sorgten im Schnitt für 5,5 Krankentage.

Die zweithöchste Zahl an Krankentagen gab es im Landkreis Neunkirchen (21,2 Tage), der zugleich Spitzenreiter bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen wie etwa Rückenschmerzen ist (5,1 Tage).

Am seltensten krank waren die Beschäftigten im Regionalverband Saarbrücken mit 19,4 Fehltagen. Die Landkreise Saarlouis (20,0), St. Wendel (20,6) und Merzig-Wadern (20,2) liegen im Mittelfeld.   

Mehr psychische Erkrankungen

Die Zahl der Fehltage wegen seelischer Leiden sei auch ohne Corona seit Jahren gewachsen, teilte die Barmer mit. Die Arbeitgeber sollten dieser Entwicklung laut Barmer mit betrieblichem Gesundheitsmanagement gegensteuern.

Auch bei Rückenschmerzen könnten Arbeitgeber vorbeugen, etwa durch eine angepasste Ausstattung des Arbeitsplatzes für die Beschäftigten. Neben Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychischen Leiden waren Atemwegserkrankungen und Verletzungen die häufigsten Ursachen für Krankmeldungen im Saarland.

Ursache für Unterschiede unklar

Warum manche Landkreise stärker betroffen sind als andere, war nicht Teil der Auswertung der Krankenkasse. Ein Grund dafür könnte sein, dass einzelne Branchen stärker betroffen sind als andere.

Der saarländische Gesundheitsbericht, den die regionale Koordinierungsstelle für Betriebliche Gesundheitsförderung Ende 2021 vorgelegt hatte, kam für das Jahr 2019 etwa zu dem Ergebnis, dass der Krankenstand vor allem bei der Abwasser- und Müllentsorgung, der öffentlichen Verwaltung und im Sozial- und Gesundheitswesen hoch war. Warum Saarländer häufiger krank sind als der Bundesschnitt darüber konnte auch in dem Bericht nur spekuliert werden.

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