Eingang der SHG-Klinik in Völklingen (Foto: picture alliance/Dirk Guldner/dpa)

SHG-Pfleger möglicherweise psychisch krank

Thomas Gerber   04.09.2019 | 16:20 Uhr

Der Pfleger, der im Verdacht steht, in der Völklinger SHG-Klinik mindestens fünf Patienten getötet zu haben, leidet möglicherweise unter einer Persönlichkeitsstörung. Dies geht aus dem Urteil des Amtsgerichts Saarbrücken hervor, das den 27-Jährigen vor einem Jahr wegen Betruges zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt hatte, die er derzeit verbüßt.

Der Beschuldigte habe bereits in seiner Jugend dazu geneigt, sich vor anderen erfolgreicher darzustellen, als er es in Wirklichkeit war. Das Gericht geht von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung aus.

Bei den Ermittlungen wegen fünffachen Mordes vermutet die Staatsanwaltschaft, dass der 27-Jährige Patienten absichtlich in einen reanimationspflichtigen Zustand versetzt hat, um sie später selbst wiederbeleben zu können. Diese Reanimationen hatte er nach Angaben der SHG-Klinik nicht allein, sondern in Anwesenheit von Kollegen und Ärzten durchgeführt.

Pfleger schon mehrfach verurteilt

Das Amtsgericht hatte den Pfleger im August vergangenen Jahres wegen insgesamt 27 Taten verurteilt. Während seiner Zeit an der SHG-Klinik soll er 2016 aus der Stationskasse fast 900 Euro gestohlen haben. Zudem werden ihm 26 Fälle von Betrug zur Last gelegt.

Von April 2017 bis März 2018 habe er Waren im Gesamtwert von fast 100.000 Euro eingekauft und die dafür fälligen Rechnungen nicht bezahlt. Bei den Einkäufen handelte es sich unter anderem um teure Uhren der Marken Rolex und Breitling, aber auch um Motorsägen sowie ein Mountainbike und ein E-Bike. Die Waren kaufte er im Saarland und fast in ganz Südwestdeutschland – unter anderem auch in Bad Homburg, Wiesbaden, Karlsruhe und Siegburg.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 04.09.2019 berichtet.

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