Ein Pfleger steht vor dem Bett auf der Intensivstation für Corona-Patienten  (Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Mehr Klinik-Infektionen in der Pandemie

  16.02.2022 | 20:42 Uhr

In der Corona-Pandemie hat es im Saarland deutlich mehr Krankenhausinfektionen gegeben. Das geht aus dem Krankenhausreport der Barmer Ersatzkasse hervor. Demnach infizierten sich im Corona-Jahr 2020 insgesamt rund 8000 Patienten mit einem Krankenhauskeim.

8000 Krankenhausinfektionen im Jahr 2020 - das waren rund 400 Patienten mehr als im Schnitt der Jahre zuvor. Die Zahl der Todesfälle aufgrund einer Krankenhausinfektion sei um 20 auf rund 320 gestiegen, geht aus dem Krankenhausreport der Barmer hervor.

Mangel an Schutzausrüstung als mögliche Ursache

Gerade in der ersten Welle der Corona-Pandemie hätten Schutzausrüstungen gefehlt. Die Belastungen und steigenden Stresssituationen des Klinikpersonals könnten dazu geführt haben, dass die hohen erforderlichen Hygienestandards nicht in allen Bereichen eingehalten wurden.

Anstieg der Krankenhausinfektionen: Ist die Pandemie schuld?
Audio [SR 3, Dorothee Scharner und Lisa Krauser, 18.02.2022, Länge: 03:50 Min.]
Anstieg der Krankenhausinfektionen: Ist die Pandemie schuld?

Die Barmer betonte, die Benennung von Hygienedefiziten in den Kliniken sei keine Kritik am Pflegepersonal oder an den Ärzten. Die saarländische Landesregierung könne die Krankenhaushygiene verbessern, indem sie den Neu- und Umbau von Isolierzimmern verstärkt fördere. Zudem spricht sich die Krankenkasse dafür aus, die Hygienestandards in Ausbildungen und Schulungen des Klinikpersonals stärker zu betonen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 16.02.2022 berichtet.

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