Ein junger Mann mit FFP2-Maske steht in einem Bus (Foto: picture alliance/dpa/Christoph Schmidt)

Warnungen vor Mehrkosten durch medizinische Masken

  21.01.2021 | 07:07 Uhr

Vor der Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken mehren sich Warnungen vor einer zu hohen finanziellen Belastung. Die Arbeitskammer fordert kostenlose Masken für einkommensschwache Haushalte. Ärzte warnen zudem vor Wucherpreisen.

Die Arbeitskammer des Saarlandes fordert, dass Haushalte mit niedrigem Einkommen und ALG-II-Empfänger kostenlose medizinische Schutzmasken erhalten. Nach einer Mitteilung der Kammer ist die künftige schärfere Maskenpflicht für viele Menschen eine finanzielle Hürde und belastet ärmere Haushalte.

Auch die Saarbrücker Stadtratsfraktion der SPD hat dies gefordert. Masken seien die Voraussetzung für die Teilnahme am öffentlichen Leben. Es dürfe nicht passieren, dass bedürftige Menschen mehr als schon jetzt vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden.

Ministerium kündigt Unterstützung an

Das saarländische Gesundheitsministerium kündigte bereits Unterstützung für Bedürftige an. Ministerin Monika Bachmann (CDU) sagte dem SR, man habe bereits erste Gespräche mit Städten und Gemeinden geführt, wie man unter anderem FFP2-Masken zeitnah zur Verfügung stellen kann. Denkbar sei etwa der Weg über die Tafeln.

Ärzte warnen vor Wucherpreisen

Der Deutsche Hausärzteverband hat zudem vor überhöhten Preisen für medizinische Masken gewarnt. Verbandschef Ulrich Weigeldt forderte einen Festpreis für OP- und FFP2-Masken. Er sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es müsse verhindert werden, dass es - wie beim ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr - bei Schutzmasken, Desinfektionsmitteln und Toilettenpapier zu Wucherpreisen komme.

Bisher vor allem Risikogruppen im Blick

Bisher waren es vor allem Risikogruppen gewesen, denen kostenlos Masken zur Verfügung gestellt wurden. Noch im Januar sollen rund 34 Millionen Menschen, die zur Risikogruppe gehören, Gutscheine für jeweils zwölf FFP2-Masken zugesandt bekommen.

Das gilt ab Montag

Rund fünf Euro kostet derzeit zum Beispiel eine FFP2-Maske im Durchschnitt in den Apotheken. Sie soll laut Experten höchstens fünf Mal wiederverwendet werden. Danach muss eine neue Maske her.

Laut den Beschlüssen von Bund und Ländern muss künftig in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr eine medizinische Maske getragen werden. Alltagsmasken aus Stoff sind dort dann nicht mehr erlaubt. Neben FFP2- und FFP3-Masken sind auch Masken der Typen KN95 und N95 sowie OP-Masken erlaubt. Die Maskenpflicht gilt für Erwachsene und für Kinder ab sechs Jahren. 

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 21.01.2021 berichtet.

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