Kläranlage (Foto: SR)

Feuchttücher legen Kläranlagen lahm

  03.08.2019 | 11:21 Uhr

Der Kampf gegen Feuchttücher stellt den Entsorgungsverband Saar (EVS) vor wachsende Probleme. Für die Beseitigung seien pro Jahr mit Extra-Kosten von bis zu einer halben Million Euro zu rechnen, so der EVS gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Landesweit betreibt der EVS 140 Kläranlagen. Und immer öfter legen Feuchttücher diese Kläranlagen lahm. „Die kleinen Tüchlein sehen vielleicht harmlos aus, aber in der Summe sind sie extrem schädlich“, sagte eine Sprecherin des EVS. Pro Jahr müssten beim EVS zwischen 300.000 und 500.000 Euro für die zusätzliche Reinigung, das Ausbauen und Reparieren von Anlagenteilen aufgebracht werden.

Die Auswirkungen dieser Verunreinigungen sind enorm. Denn anders als Toilettenpapier bestehen Feuchttücher aus Polyester, Viskose oder Baumwolle und sind dadurch nur schlecht wasserlöslich. Werden zu viele davon in den Abfluss geworfen, droht das Verstopfen von Pumpen und Kanälen.

Aufklärungs-Kampagne des EVS

Unter dem Motto „Klärungsbedarf“ hat der EVS nun eine Aufklärungs-Kampagne gestartet und Broschüren an alle saarländischen Haushalte verteilt. Auch die Stadtwerke Trier haben daraus bereits Konsequenzen gezogen und die Technik im Kanalnetz auf die neuen Bedingungen angepasst.

Bei der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) in Hennef (Nordrhein-Westfalen) ist das Problem ebenfalls bekannt. Man sei dazu mit der Industrie im Gespräch. „Wir versuchen, dass die Artikel anders ausgezeichnet werden, damit sie beim Verbraucher nicht den Eindruck erwecken, sie könnten in der Toilette entsorgt werden“, sagte DWA-Sprecher Frank Bringewski.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 03.08.2019 berichtet.

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